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8 Euro für einmal abheben: Gebührenfalle Geldautomat: Bei diesen Anbietern werden Sie abgezockt

Augen auf am Geldautomaten: Automatenbetreiber erheben Gebühren bis zu 8 Euro - und manch einer versteckt die Kosten auch noch. "Finanztest" hat 34 Anbieter verglichen und nennt die teuersten.

Geldautomat

Lesebrille dabei? Das Bankhaus August Lenz hat die Gebührenforderung an ihrem Geldautomaten gut versteckt.

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen setzen viele Finanzinstitute wieder vermehrt auf einen Klassiker: Gebühren am Geldautomaten. Die Stiftung Warentest hat die Gebühren von 34 großen Automatenbetreibern erhoben und kommt zum Ergebnis: "Kostenlos abheben wird schwieriger." Teilweise werden sogar richtige Wucherpreise berechnet: Bis zu 7,99 Euro müssen Kunden je Abhebung zahlen.

Dabei war die Masche vor einigen Jahren eigentlich ziemlich aus der Mode gekommen. Die meisten Automaten gehörten Banken, die sich einem der großen Verbünde wie Cash Group oder Cashpool angeschlossen hatten. Diese ermöglichen ihren Kunden kostenloses Abheben innerhalb der Gruppe. Fremdkunden zahlten zudem häufig nicht mehr als 1,95 Euro Gebühr je Abhebung.

Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Bild geändert. Während die großen Banken immer mehr Filialen schließen, steigt die Zahl der Geldautomaten von spezialisierten Anbietern wie Cardpoint, Euronet oder IC Cash Services, bei denen im Prinzip jeder Fremdkunde ist.

Betrug am Geldautomaten

Spezialanbieter mit hohen Gebühren

So betreibt etwa der von einem US-Konzern aufgekaufte Anbieter Cardpoint bundesweit mehr als 1000 Automaten an Autobahntankstellen, Bahnhöfen oder in Einkaufszentren. Die Gebühren fürs Geldabheben mit Girocard liegen je nach Standort bei bis zu 7,99 Euro je Transaktion.

Auch Euronet betreibt mehr als 1000 Automaten im Bundesgebiet, unter anderem bei großen Ketten wie Galeria Kaufhof und künftig auch bei Ikea. Bei Euronet, ebenfalls US-amerikanisch, kostet Geldabheben in der Regel zwischen 1,95 Euro und 4,99 Euro. Bei IC Cash Services - rund 800 Automaten und Empfehlungspartner des Tankstellenbetreibers Tank & Rast - sind es ebenfalls bis zu 4,99 Euro. Auch das Bankhaus August Lenz mischt im Automaten-Spiel mit: Die Münchner Tochter einer italienischen Firmengruppe arbeitet mit den Anbietern NoteMachine und Cashlink zusammen, an deren mehr als 700 Automaten zwischen 1,99 Euro und 7,99 Euro fällig werden.

Banken drehen an der Gebührenschraube

Doch nicht nur die Spezialanbieter setzen auf hohe Gebühren. In Zeiten von Niedrigzinsen drehen auch die klassischen Banken wieder vermehrt an der Gebührenschraube. Bei den meisten Banken und Sparkassen liegt das Entgelt für Fremdkunden schon jetzt bei um die 4 Euro. Tendenz steigend: So stießen die Finanztester bei einigen Commerzbank-Automaten auf Gebühren von 4,90 Euro, obwohl die Bank angegeben hatte, bundesweit nur 3,90 Euro zu berechnen. Auf Nachfrage erklärte die Bank gegenüber "Finanztest", dass man an einigen Geräten höhere Gebühren teste. Auch bei anderen Instituten schwanken die Gebühren je nach Standort: Die Hamburger Volksbank erhebt zwischen 2,95 Euro und 5,95 Euro.

Unangenehm stieß den Testern auch die Art und Weise auf, wie einige Anbieter die Gebühren anzeigen. Nur sechs von 20 Anbietern zeigten die Gebühren zu Beginn des Abhebe-Vorgangs an. Bei den übrigen musste erst der Pin eingegeben oder sogar der Betrag ausgewählt werden, bis die Gebührenforderung erschien. So etwa beim Bankhaus August Lenz, das die Gebührenforderung auch noch in einem kleingedruckten Fließtext versteckte, sodass viele Kunden diese wohl schlicht übersehen.

Den ausführlichen Gebührenvergleich lesen Sie auf www.test.de

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