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Geld: Sparen, wenn der Hammer fällt

Bei Online-Auktionen lassen nicht nur exotische Objekte ersteigern, sondern auch viele Schnäppchen. Am Beispiel des Marktführers eBay zeigen wir, wie man mitbietet und selbst Auktionator wird.

»Wundermittel gegen Sandkoliken beim Pferd« gefällig? Oder doch lieber »eine komplette profitable Firma für 1 Euro« kaufen? Vielleicht steht Ihnen auch nur der Sinn nach einem »Jaguar XJR V8« oder einem »72-teiligen Topfset«. Auf Internet-Auktionen gibt es nichts, was es nicht gibt. eBay ist der unangefochtene Markführer unter den Online-Versteigerungen. Dort gibt es nicht nur Absurdes, sondern auch handfeste Möglichkeiten, echte Schnäppchen zu machen. Wie das Mitbieten und Versteigern bei eBay funktioniert, haben wir Ihnen einmal aufgeschrieben.

Registrierung: Daran führt kein Weg vorbei

In den Angeboten herumzustöbern, ist sehr unterhaltsam, das kann jeder anonym tun. Doch wer bei einer Auktion mitbieten oder selbst Gegenstände versteigern will, der muss sich registrieren. Dieser Vorgang ist einfach und in drei Schritten erledigt. Einfach oben auf der eBay-Startseite auf »Anmelden« klicken: Als erstes werden Sie nach dem Land gefragt, in dem Sie leben, danach werden die üblichen persönlichen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer abgefordert. Dabei sollten unbedingt korrekte Angaben gemacht werden. Schließlich werden Sie mit anderen Personen eine Geschäftsbeziehung eingehen. Und Sie möchten sicher auch, dass Ihr »Geschäftspartner« nichts verbirgt.

Ihre E-Mail-Adresse wird zur Kontrolle sogar zweimal abgefragt und anschließend überprüft, ob sie existiert. Immerhin werden später die Kontakte zwischen Verkäufern und Käufern per Elektropost hergestellt.

Ganz wichtig: Ihr Name

Im letzten Schritt legen Sie fest, unter welchem Namen Sie bei eBay in Erscheinung treten wollen. Sie können Ihrer Kreativität bei der Namenswahl freien Lauf lassen, zumal es aufgrund des riesigen Kundenstammes von eBay ziemlich schwierig ist, sich einen Namen auszudenken, der noch nicht vergeben ist. Neben Ihrem Mitgliedsnamen müssen Sie auch ein Passwort festlegen. Merken Sie sich beides gut, denn mit Namen und Passwort müssen Sie sich jedes Mal bei eBay einloggen, wenn Sie etwas versteigern, anbieten oder Einstellungen verändern wollen.

Kaufen: Wie ersteigert man etwas?

Das Angebot bei einem Internet-Auktionshaus wie eBay ist gewaltig. Verschiedene Suchmöglichkeiten und Methoden zum Herumstöbern helfen dabei, seltene Stücke oder besondere Schnäppchen ausfindig zu machen. Haben Sie etwas gefunden, das Sie interessiert, sollten Sie sich das Angebot ganz genau anschauen. Entspricht es wirklich dem, was Sie suchen? Wie sieht das Objekt auf der Abbildung aus, gibt es überhaupt ein Bild? Wie wurde der Verkäufer von anderen eBay-Mitgliedern bewertet? Sind Sie mit den Zahlungsbedingungen einverstanden? Haben Sie noch Fragen an den Verkäufer?

Es ist wichtig, diese Fragen zu stellen, denn obwohl das Mitsteigern viel Spaß machen kann, dürfen Sie nie vergessen, dass Sie zur Abnahme und Bezahlung des Artikels verpflichtet sind, wenn Sie das Höchstgebot abgegeben haben. Nur aus Spaß den Preis hoch zu treiben und dann vom Kauf zurückzutreten - solche Spielchen sollten Sie vermeiden.

Wer am meisten bietet, gewinnt

Das Mitsteigern an sich ist sehr einfach. Sie müssen sich mit Ihrem Mitgliedsnamen (oder auch Ihrer E-Mail-Adresse) und dem Passwort einloggen und können dann bestimmen, wie viel Sie maximal setzen wollen. Dieses Höchstgebot wird nicht sofort auf einen Schlag in die Auktion eingebracht, sondern ein automatischer »Bietagent« setzt immer gerade so viel, dass Sie das höchste Gebot halten, bis der von Ihnen festgelegte Betrag erreicht ist. Werden Sie dann von anderen überboten, können Sie sich entscheiden auszusteigen oder Ihr Maximalgebot zu erhöhen und den Agenten wieder an die Arbeit zu schicken.

Haben Sie den Artikel ersteigert, muss der Kontakt mit dem Verkäufer hergestellt werden. Ebay hat mit dem Vorgang eigentlich nichts mehr zu tun. Als Vermittler ist das Auktionshaus bei der Kontaktaufnahme zwischen Käufer und Anbieter, die üblicherweise innerhalb von drei Werktagen zustande kommen soll, behilflich, indem es beiden Seiten die nötigen Daten zur Verfügung stellt.

Verkaufen: Wie bringt man seine Schätze an den Mann?

Bevor erläutert wird, wie man selbst Auktionator werden kann, ein paar Worte zu den entstehenden Kosten. Denn die Zeiten, dass man als Verkäufer eBay kostenlos nutzen konnte, sind schon lange vorbei. eBay kassiert Gebühren: Immer werden eine Angebotsgebühr und eine Provision bei erfolgreichem Verkauf fällig. Die Angebotsgebühr richtet sich nach dem Startpreis des Artikels und reicht von 0,25 Euro bis 2,40 Euro. Die Provision richtet sich nach dem erzielten Verkaufspreis eines Artikels und bewegt sich in der Größenordnung von vier Prozent. Weitere Gebühren fallen an, wenn man sein Angebot gestalterisch hervorheben oder an besonders prominenten Stellen platzieren möchte. Diese Kosten trägt grundsätzlich der Verkäufer, das heißt, er wird von eBay damit belastet. Selbstverständlich steht es jedem frei, diese Ausgaben an den Käufer weiterzugeben. Fairerweise sollte darauf aber bereits in der Artikelbeschreibung hingewiesen werden.

Rubrik festlegen

Nun aber zum eigentlichen Verkaufen: Als erstes gilt es festzulegen, in welche Rubrik der zu versteigernde Artikel am sinnvollsten passt. Die Bandbreite reicht von Auto & Motorrad über Bücher, Film, Musik bis zu Antiquitäten, von Computern über HiFi-Geräte bis zu Modellbau. Haben Sie sich für eine Rubrik entschieden, müssen Sie sich einloggen. Wenn Sie noch nie etwas angeboten haben, müssen Sie im nächsten Schritt (und nur einmal) festlegen, auf welchem Wege Sie die anfallenden Gebühren und Provisionen an eBay bezahlen wollen ? per Kreditkarte oder Lastschriftverfahren.

Ehrliche Produktbeschreibung

Es folgt das Entscheidende: die Beschreibung Ihres Produkts. Fassen Sie sich kurz, geben Sie aber dennoch alle Informationen, die Sie selbst von einem Produkt erwarten würden. Versuchen Sie, ein Bild des Artikels online zu stellen. Wie das geht, erfahren Sie bei eBay. Und Sie müssen natürlich einen Startpreis angeben. In welcher Höhe? Schwierige Frage. Am besten orientieren Sie sich zunächst an anderen Anbietern, die ähnliche Artikel wie Sie versteigern. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Startpreis, desto mehr Leute machen am Anfang mit. Bedenken Sie, dass Sie verpflichtet sind, den Artikel auszuliefern, wenn die Auktion beendet ist ? auch wenn Sie mit dem erzielten Preis nicht zufrieden sind. Es ist allerdings möglich, ein Mindestgebot festzulegen. Wenn dieses nicht erreicht wird, wird die Auktion ergebnislos beendet. Erfahrungsgemäß finden Auktionen mit Mindestgeboten nicht so viele Teilnehmer.

Internet-Auktionen bieten noch viel mehr Funktionen und Möglichkeiten. Aber für den Einstieg sind Sie nun gerüstet - z. B. um Ihren Vorrat an Flohsamen an den Mann zu bringen. Sie kennen Flohsamen nicht? Das war das bereits erwähnte »Wundermittel gegen Sandkoliken beim Pferd«. Denn merke: Es gibt nichts, was nicht online versteigert wird.

Ralf Sander
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