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Ex-Notenbanker fordert : Abschaffung der 500-Euro-Note? "Geldschein der Drogengeschäfte"

Charles Goodhart hält nicht viel vom 500-Euro-Schein. Für den früheren Banker dient er nur dazu, Drogengeschäfte zu finanzieren. Der Europäischen Zentralbank empfahl er nun die Abschaffung - zumal Studien seine These stützen.

Eine Frau hält 500-Euro-Geldscheine in der Hand

Wertvoll und gut zu transportieren: Kriminelle schätzen den 500-Euro-Schein laut einiger Studien besonders

Hand auf's Herz: Wie oft haben oder hatten Sie einen 500-Euro-Schein im Portemonnaie? Vermutlich nicht so oft. Andernfalls, das glaubt zumindest der frühere britische Notenbanker Charles Goodhart, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie dem kriminellen Milieu angehören. Goodhard ist laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" nämlich der Meinung, dass die wertvollste Euro-Note nur dazu da sei, Drogengeschäfte zu finanzieren. Dasselbe gelte auch für den 1000-Franken-Schein der Schweiz, soll Goodhart demnach auf einer Konferenz in London gesagt haben. 

Neu ist die Forderung nach einer Abschaffung nicht. So verzichten britische Banken laut dem Bericht bereits seit 2010 auf die Ausgabe der 500-Euro-Note, nachdem Untersuchungen ergeben hatten, dass 90 Prozent der Kunden, die nach dem Schein fragten, Kriminelle waren. Eine Studie der italienischen Notenbank legte Ähnliches nahe. Demnach seien es vor allem Terroristen, Steuerhinterzieher oder kriminelle Organisationen wie die Mafia, die die wertvollsten Noten nutzten, um große Summen möglichst gut versteckt - da sehr platzsparend - transportieren oder waschen zu können. 

Goodhart jedenfalls forderte die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizer Nationalbank auf, die Top-Geldscheine künftig nicht mehr auszugeben. 

mod
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