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Göttinger Gruppe: Hiobsbotschaft für 270.000 Anleger

Die Pleite der Göttinger Gruppe hat für bis zu 270.000 Anleger katastrophale Konsequenzen: Sie verlieren vermutlich nicht nur ihr Geld, sondern bekommen es auch mit der Steuerfahndung zu tun.

Die Zahl der Geschädigten, die durch die Insolvenz der Göttinger Gruppe und ihrer Tochter Securenta Geld verloren haben, ist möglicherweise größer als bisher angenommen. Von der Insolvenz könnten bis zu 270.000 Anleger betroffen sein, sagte der Sprecher des Amtsgerichts Göttingen, Dietmar Brosche, am Donnerstag und bestätigte Medienberichte. Das eingebrachte Kapital liege bei weit über einer Milliarde Euro. Einzelne Anleger hätten Millionenbeträge eingebüßt.

Auf die Anleger könnten zudem noch Probleme mit den Finanzämtern zukommen, sagte Brosche. Dort werde geprüft, ob die Sparer ihre auf die Securenta-Einlagen gewährten Steuervorteile aus den vergangenen Jahren zurückzahlen müssten.

<zwit>Briefe seit 2005 nicht beantwortet Auf die Post von vielen Anlegern und deren Anwälten scheint die Securenta in den vergangenen Jahren überhaupt nicht geantwortet zu haben. Im Keller des Unternehmensgebäudes hätten Mitarbeiter des Insolvenzverwalters säckeweise ungeöffnete Briefe gefunden, sagte der Gerichtssprecher. Diese Schreiben stammten zum Teil noch aus dem Jahr 2005. Die Briefe müssten nun nach und nach gesichtet werden.

Die Securenta AG hatte Sparern stille Beteiligungen als Altersvorsorge verkauft. Anlegerschützer, die schon vor Jahren immer wieder vor dem Modell gewarnt hatten, gehen davon aus, dass das meiste Geld verloren ist.

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