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Gold ist so teuer wie nie: Vorsicht vor dem Goldrausch!

Der Goldpreis erklimmt einen Höchststand nach dem nächsten. Gold wird oft als krisensicher beworben, doch stimmt das wirklich? Was Anleger beachten sollten.

Glänzendes Gold beflügelt die Fantasien von Investoren. Die Schuldenkrise der USA spitzt sich zu, die Krise in Euroland greift immer mehr um sich - all das treibt die Anleger im Rekordtempo in das als sicher geltende Edelmetall. Doch Vorsicht: Der Goldrausch kann die Sinne leicht vernebeln. Was Anleger über das begehrte Edelmetall wissen sollten.

Wie wird Gold gehandelt?

Das Metall wird pro Feinunze berechnet, die 31,1035 Gramm entspricht. Der Preis wird teilweise durch die Nachfrage nach echtem Gold bestimmt, das die Schmuckbranche oder die Halbleiterindustrie benötigen. Allerdings koppelt sich der Preis auch oft davon ab und richtet sich nach den Finanzmärkten. Hier orientiert er sich daran, wie viele Anleger den Kauf von Gold als rentabler ansehen als die Anlage in Aktien oder anderen Papieren. Die Notenbanken horten nur einen verhältnismäßig kleinen Teil Gold – es wird aber damit gerechnet, dass in Zukunft wieder mehr zugekauft wird.

In welcher Form kann ich Gold kaufen?

Anleger können Gold kaufen in physischer Form als Münze oder Barren. Es gibt aber auch Zertifikate, Optionsscheine, Fonds oder andere Wertpapiere, die den Goldpreis abbilden oder sich an ihm orientieren. Sie erlauben teils auch, auf einen fallenden Goldpreis zu wetten. Außerdem kann auch über Aktien von Goldminen oder Bergbau-Unternehmen indirekt am Goldpreis verdient werden.

Wird Gold nur in Dollar gehandelt?

Ja. Zwar lässt sich Gold natürlich in Euro bezahlen, im Hintergrund steht aber immer auch der Wechselkurs zum Dollar. Das heißt auch, dass Anleger nicht nur auf den Goldpreis schauen sollten. Ein steigender Goldpreis kann durch einen fallenden Dollar-Kurs aufgefressen werden.

Wo kann ich Gold kaufen und verkaufen?

Physisches Gold handeln die Banken, aber auch private Unternehmen, die sich auf den Goldmarkt spezialisiert haben. Goldpapiere können generell dort erworben und verkauft werden, wo auch andere Wertpapiere erhältlich sind. Aber Achtung: Verbraucherschützer warnen gerade beim Goldverkauf zu Vorsicht. Es seien inzwischen viele unseriöse Unternehmen am Markt. So würden oft Verbraucher, die versuchen, Omas Goldkette zu Geld zu machen, mit unfairen Preisen abgezockt.

Fallen beim Kauf auch Gebühren an?

Beim Kauf von Gold muss ein Aufschlag auf den Kurs gezahlt werden, sodass der Ankaufspreis stets über dem Verkaufspreis liegt. Je kleiner die gekaufte Menge, desto größer ist dieser Aufschlag. Und: Bei Barren ist der Aufschlag meist größer als bei Münzen. Bei den Münzen richtet sich der Preis aber auch nach dem Sammlerwert, nicht nur nach dem Goldpreis. Bei Goldpapieren fällt - wie bei Wertpapieren üblich - ein Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent an.

Muss ich Gold versteuern?

Barren und Münzen müssen in Deutschland weder beim Kauf noch beim Verkauf versteuert werden. Für Gold-Wertpapiere gilt dies nicht. Sie werden wie Aktien behandelt. So fallen etwa beim Verkauf von Goldzertifikaten 25 Prozent Abgeltungssteuer auf die Gewinne an.

Ist Gold wirklich eine sichere Anlage?

Ja und nein. Einerseits ist die Menge an Gold auf der Welt begrenzt, weil kaum noch neue Vorkommen erschlossen werden. Deshalb dürfte es immer Nachfrage nach dem Metall geben und Gold wohl immer etwas wert sein. Andererseits zeigen die vergangenen Jahrzehnte, dass es zu heftigen Preisschwankungen kommen kann und damit auch herbe Verluste drohen. "Man sollte auch wissen, dass es beim Gold keine Zinsen oder Dividenden wie bei anderen Anlageformen gibt", sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Das Vermögen von Anlegern wächst also nur, wenn der Goldkurs steigt. Außerdem: Wer Gold kaufen will, sollte sich zunächst nach seiner eigenen Risikobereitschaft fragen. Denn seit Beginn des neuen Jahrtausends hat der Goldpreis eine rasante Rallye hingelegt. Damals lag er noch bei unter 300 Dollar pro Feinunze. Das heißt: Wer heute in Gold investiert, steigt auf einem extrem hohen Niveau ein. Verbraucherschützer Scherfling bleibt deshalb bei seiner bisherigen Empfehlung: Anleger sollten ihr Risiko breit streuen und auf unterschiedliche Anlageformen verteilen. "Es wäre falsch, nur auf das eine bunte Pferd zu setzen." Grundsätzlich sei gegen eine Investition in Gold aber nichts einzuwenden – die Anlage müsse eben nur zur den eigenen Verhältnissen und zur Lebenssituation passen.

tav/AFP/DPA

tav/AFP / AFP
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