KfW-Darlehen Aufs Geld geschaut...bei günstigen Krediten


Jan-Matthias und Franziska wollten nur ein kleines, staatlich gefördertes KfW-Darlehen für eine sparsamere Heizung. Ihrer Hausbank war das zu wenig
Von Roman Heflik

Es sollte ganz einfach sein. Familie Krey wollte endlich eine neue, sparsamere Heizung. 5000 Euro koste die, hatte der Energieberater vorgerechnet, zu finanzieren über ein Darlehen der bundeseigenen KfW-Bank, das man bei jeder Bank beantragen könne. Also machte sich Franziska Krey auf den Weg zu ihrer Hausbank, der Commerzbank-Filiale in Geesthacht.

Doch dann fing der Ärger an. Es tue ihm leid, sagte der Bankberater, "aber wir haben Anweisung, keine KfW-Darlehen zu bearbeiten". Seine Begründung: "Wir verdienen nichts daran." Aber vielleicht brauche Frau Krey ja noch einen zusätzlichen Kredit für Möbel? Oder für ein Auto? Dann gehe natürlich auch das KfW-Darlehen in Ordnung, versprach der Banker. Die Konditionen für den Commerzbank-Kredit seien allerdings nicht so günstig wie die des Staatsinstituts. Verärgert über so viel Schlitzohrigkeit verließ Franziska Krey die Filiale ihrer Bank.

Banken fungieren als Durchlauferhitzer

Eigentlich dürfte es solche Geschichten gar nicht geben. Denn die Bundesregierung will so viele KfW-Sanierungskredite wie möglich unter die deutschen Hausbesitzer bringen. 850 Millionen Euro stehen allein in diesem Jahr für Zinsverbilligungen und Zuschüsse zur Verfügung. Von den Fördergeldern für das CO2-Sanierungsprogramm etwa verspricht sich die Regierung niedrigere Heizkosten für die Hausbesitzer, weniger CO2 aus deutschen Schornsteinen und mehr Aufträge für das Bauhandwerk. Als eine Art Durchlauferhitzer fungieren dabei die Banken vor Ort: Sie strecken das Geld vor, das ihnen dann von der KfW erstattet wird, plus Provision versteht sich.

Gerade das CO2-Sanierungsprogramm gilt im Bundesbauministerium als Erfolgsgeschichte. Da passen Berichte wie der von den Kreys nicht recht ins schöne Bild. "Ganz, ganz selten" würden sich Banken weigern, einen KfW-Kredit zu bearbeiten, beteuert eine Sprecherin der Förderbank. Üblicherweise reiche es, einfach beim nächsten Geldinstitut nachzufragen.

Banken untergraben Förderprogramm

So schlau war Franziska Krey selbst. Doch auch von der Kreissparkasse bekam sie eine Abfuhr. Da der Hauskauf nicht über die Kreissparkasse finanziert worden sei, könne man leider nicht helfen. Gegenüber dem stern beteuern trotzdem sowohl die Commerzbank-Zentrale als auch die Sparkassen-Finanzgruppe unisono ihre Unterstützung für die KfW-Förderprogramme - auch wenn sie das Verhalten ihrer Filialen nicht kommentieren wollen. Die Kreys sind keineswegs ein Einzelfall. Viele deutsche Verbraucherzentralen kennen das Problem gut: Wer nicht gerade sein Haus generalüberholt, der ist für Banken und Sparkassen als Kunde häufig uninteressant, weil die KfW-Provision entsprechend gering ausfällt. Es sei denn, es gelingt der Bank, dem Kunden noch einen eigenen Kredit anzudrehen. Helga Dietenberger von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg kritisiert: "Leider untergraben sehr viele Banken so ein im Ansatz gutes Förderprogramm des Bundes."

Auch die Verbraucherschützer können Hausbesitzern bislang nur raten, mehrere Banken abzuklappern. Man habe keine Hinweise darauf, dass ein Missstand vorliege, heißt es dazu lapidar im Bundesbauministerium. Das können betroffene stern-Leser aber ändern. Beschwerden nehmen das Ministerium (buergerinfo@bmvbs. bund.de) oder das KfW-Infocenter (0180/ 133 55 77) sicher sehr gern entgegen.

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