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Konjunktur: Auch der Versandhandel spürt die Konsumflaute

Man sollte meinen, dass der "Kauf auf Pump" immer Konjunktur hat, Tatsache ist aber, dass sich der Branchenumsatz um 1,3 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro verringerte. Vor allem Umsatz mit Textilien ist gesunken.

Auch der deutsche Versandhandel hat im vergangenen Jahr die Konsumflaute zu spüren bekommen. Der Umsatz der Branche verringerte sich um 1,3 Prozent auf 21,0 Milliarden Euro. "Gemessen an den konjunkturellen Rahmenbedingungen für die Einzelhandelslandschaft haben sich die Versender im letzten Jahr aber noch achtbar geschlagen", erklärte Rolf Schäfer, Präsident des Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. (bvh) am Montag in Frankfurt am Main. Für dieses Jahr erwartet die Branche ein Wachstum von 1,1 Prozent.

Keine Rabattschlachten

Zugleich erteilte Schäfer den Rabattschlachten im Handel eine klare Absage. Rabatte überlasse der Versandhandel den anderen. Der Handel verderbe sich damit langfristig nur das Geschäft.

Quelle profitierte vom Jubiläum

Unterschiedlich erfolgreich schlossen Spezialversender und Universalversandhandel das vergangene Jahr ab. Während die Spezialversender auf ein Umsatzplus von 3,9 Prozent kamen, verzeichneten die sieben Universalisten - Bader, Baur, Klingel, Neckermann, Otto, Quelle und Schwab - ein Minus von 5,0 Prozent. 2002 hatte allerdings vor allem das Quelle-Jubiläum für bessere Zahlen gesorgt.

Auch Sommerhitze sorgte für Zurückhaltung

Besonders der Rekordsommer und die Verunsicherung der Verbraucher durch die Reformdiskussion im zweiten Halbjahr belasteten laut Schäfer die Branche. Bei den Universalversendern sei vor allem die sommerliche Hitzewelle für magere Umsätze verantwortlich gewesen. Der Hauptkatalog der Herbst/Winter-Saison habe den Kunden bei gleißendem Rekordtemperaturen erreicht. Entsprechend gering sei das Interesse an Herbst- und Winterkleidung gewesen. Im Gesamtjahr ging Umsatz im Bereich Bekleidung und Textilien bei den Universalversendern den Angaben zufolge um fast 8 Prozent zurück. Textilien machen den Angaben zufolge 47 Prozent des Umsatzes der Universalversender aus. Die Spezialversender erzielen dagegen nur 30 Prozent ihres Umsatzes mit Bekleidung, die Textilschwäche traf sie daher weniger stark, wie Schäfer berichtet.

Online-Bestellungen auf dem Vormarsch

Weiter auf dem Vormarsch ist dem Verband zufolge das Internet. Der Internetumsatz des Versandhandels stieg im vergangenen Jahr deutlich um 34 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Damit habe sich der E-Commerce-Umsatz gegenüber dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht. Neben dem Shopping mit der Maus wird auch der Einkauf per Fernbedienung immer beliebter. Für knapp 800 Millionen Euro wurde 2003 vom Fernsehsessel aus bestellt. Die Wachstumsraten seien enorm und erinnerten an die ersten Jahre des Internets. Zugleich wies Schäfer daraufhin, dass der Kauf im Versandhandel sich immer größerer Beliebtheit erfreut. In den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Versandhandelskäufer um 22 Prozent gestiegen. Rund 27 Millionen Deutsche kauften jetzt per Katalog, Internet oder TV, so die aktuelle Verbraucheranalyse VA 2003 der Bauer Verlagsgruppe.

DPA