Kreditwirtschaft Zentralbank lässt Leitzins unverändert


Trotz der Rekordinflation im Euro-Raum bleibt der Leitzins unverändert. Die Europäische Zentralbank hat den Zinssatz, zu dem die Banken sich bei der Notenbank Geld ausleihen können, bei 4,0 Prozent belassen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins für die Euro-Zone erneut beibehalten. Das teilte die Notenbank am Donnerstag im Anschluss an eine turnusmäßige Sitzung ihres Rats mit. Der Schlüsselzins für die Versorgung der Kreditwirtschaft in den 15 Ländern der Währungsunion steht damit seit einem Jahr bei vier Prozent.

Im Kampf gegen die Rekordinflation im Euro-Raum hält es die EZB allerdings für möglich, den Zinssatz Anfang Juli nach oben zu korrigieren. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir nach genauer Prüfung der Situation entscheiden, die Zinsen beim nächsten Treffen anzuheben, um Inflationserwartungen zu dämpfen", sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. "Es ist nicht sicher, aber es ist möglich." Trichet erklärte weiter, einige Währungshüter hätten bereits jetzt eine Zinserhöhung befürwortet.

Nach Expertenmeinung hat die Sorge um die Konjunktur die Mehrheit der Währungshüter jedoch vor einer Zinserhöhung abgehalten. Die Folgen der Finanzkrise, die drohende US-Rezession und der starke Euro bremsen nämlich das Wirtschaftswachstum in der Eurozone, das höhere Zinsen ebenfalls belasten würden.

Wegen des Rekordölpreises war die Teuerungsrate in den 15 Euro-Ländern im Mai auf 3,6 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 und weit über der Marke von zwei Prozent, bei der die EZB Preisstabilität definiert. Die Notenbank hat als Hüterin der Währung seit inzwischen zehn Jahren die Aufgabe, auf stabile Preise zu achten.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum schätzt die EZB im laufenden Jahr wegen des guten Jahresauftakts etwas optimistischer als vor einem Monat. Sie erwartet in diesem Jahr 1,8 statt 1,7 Prozent Wachstum. 2009 werde sich der Zuwachs jedoch auf 1,5 Prozent abschwächen.

Reuters/DPA DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker