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Märkte: Trotz einiger Flops Zuversicht für neue Börsengänge

Die Enttäuschung über die geplatzten Börsengänge der Halbleiterzulieferer Siltronic und X-Fab hielt sich in Grenzen: Analysten finden zwar die Absage der beiden ersten Börsengänge bedauerlich, fürchten aber keine weiteren Auswirkungen.

Die Enttäuschung über die geplatzten Börsengänge der Halbleiterzulieferer Siltronic und X-Fab hielt sich am Frankfurter Finanzplatz in Grenzen. "Es ist zwar bedauerlich, dass die ersten beiden Börsengänge seit langem gleich zu zwei Absagen geführt haben, aber ich denke nicht, dass sich dadurch eine nachhaltige Beeinträchtigung für die anstehenden ergibt", erklärte dazu ein Investmentbanker. Das Timing sei nach Terroranschlägen in Madrid und der ohnehin hohen Volatilität der Halbleiterbranche nicht gerade gut gewesen. Die Investoren seien nach den negativen Erfahrungen mit dem Neuen Markt heute viel vorsichtiger und prüften ihre Investments genauer, meinten auch andere.

Mindestens sieben weitere Kandidaten

Für die kommenden Monate haben sich als Börsenaspiranten bereits die Werkstattkette A.T.U., der Fahrradhersteller MIFA, die Post-Tochter Postbank, der Industriesensor-Hersteller Sick, der Anbieter von Kassensystemen Wincor Nixdorf, die TUI-Reederei Hapag Lloyd und die Bayer-Tochter Lanxess angekündigt. "Ich glaube nicht, dass es sich viele Unternehmen, die ein Börsengang anstreben, deshalb anders überlegen", sagte der Leiter der Emissionsabteilung Equity Capital Markets der Deutschen Bank, Georg Hansel, der auch Siltronic betreute, zum Scheitern des Börsenaspiranten.

Auch Egbert Prior, Herausgeber des Börsenbriefs "Prior Börse", sieht keine Belastung des Emissionsmarktes durch die beiden Pleiten Siltronic und X-FAB: "Das hat nichts damit zu tun, dass der Markt nicht reif ist. Es wurde eben nur Schrott angeboten." So sei die mit Verlust arbeitende Siltronic ein "klarer Sanierungsfall", meinte er. Angesichts der Negativ-Schlagzeilen und vergangener Fehlinvestitionen am Neuen Markt dürften Privatanleger sich nicht mehr so leicht von Hochglanz-Emissionsprospekten beeindrucken lassen, sagten Händler. Fachleute empfehlen den Banken, die Aspiranten besser auf ihre Börsentauglichkeit zu prüfen. Denn bei einer Absage leide auch die Reputation der emissionsbegleitenden Kreditinstitute.

DPA
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