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Berühmte Betrugsmasche: Von wegen nigerianischer Prinz: US-Polizei nimmt 67-Jährigen aus Louisiana fest

US-Polizisten haben einen mutmaßlichen Betrüger festgenommen, der mit der berühmt-berüchtigten "Nigeria-Masche" Hunderte Leichtgläubige um ihr Geld gebracht haben soll. Der "nigerianische Prinz" entpuppte sich als 67-Jähriger aus Louisiana.

Nigeria Scam

Michael N. wird von der Slidell Police festgenommen

Die " -Masche" ist wahrscheinlich der berühmteste Abzocktrick des Email-Zeitalters. Die meisten Leute, die im Netz unterwegs sind, dürften ihr schon in einer der zahlreichen Varianten begegnet sein. Mal haben die Angeschriebenen angeblich das Vermögen eines nigerianischen Prinzen geerbt, mal sollen sie helfen, die Ersparnisse eines afrikanischen Machthabers ins Ausland zu transferieren.

Alle Spielarten des "Nigeria Scams" haben eines gemeinsam: Den Opfern wird mit einer hanebüchenen Geschichte Geld versprochen, doch letztlich sollen sie nur dazu gebracht werden, selbst Geld zu überweisen oder ihre Kontodaten preiszugeben. Die Hintermänner der dubiosen Mails bleiben in der Regel im Dunkeln.

In den USA ist es der nun gelungen, einen mutmaßlichen Nigeria-Betrüger festzunehmen. Nach einer 18-monatigen Untersuchung habe man einen "nigerianischen Prinzen" festgenommen, der seine Opfer um Tausende Dollars betrogen habe, teilt die Polizei von Slidell im Bundesstaaat Louisiana auf Facebook mit. Bei dem Verdächtigen handelt es sich natürlich nicht wirklich um einen afrikanischen Prinzen, sondern um den 67-jährigen US-Amerikaner Michael N.

Geld ging tatsächlich nach Nigeria

Er soll in 269 Fällen von Überweisungsbetrug und Geldwäsche als Mittelsmann gedient haben. Via Telefon und Internetbetrug soll er an Hunderten Finanztransaktionen beteiligt gewesen sein, mit denen unbedarften Opfern das Geld aus der Tasche gezogen wurde. Ein Teil des Geldes sei an Mittäter nach Nigeria überwiesen worden, teilte die Polizei mit.

Das westafrikanische Land gilt als Hochburg von Internetbetrügern. Laut Europol und FBI ist die Nigeria-Connection für einen Großteil der Betrugsschäden in Deutschland, Großbritannien und verantwortlich. Und das schon seit vielen Jahren: Die New York Times verweist anlässlich des aktuellen Falls darauf, dass schon 1989 britische Geschäftsleute Telex-Fernschreiben aus Nigeria erhielten, in denen die Fracht nigerianischer Öltanker zu vermeintlichen Spottpreisen angeboten wurde.

Obwohl heute die meisten Leute über Nigeria-Mails nur lachen würden, sorge die Masche trotzdem jedes Jahr für Millionenschäden, erklärt das Slidell Police Department. "Wenn es sich zu schön anhört, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch", sagt Randy Fandal, Polizeichef von Slidell. Er warnt eindringlich, niemals sensible Kontoinformationen herauszugeben oder Geld an jemand zu überweisen, den man nicht kennt. "In 99,9 Prozent der Fälle ist es ein Betrug." 

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