HOME

Pharmaindustrie: Roche macht Rekordverlust

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von vier Milliarden Franken (2,73 Milliarden Euro) erlitten - das schlechteste Ergebis in der Konzerngeschichte.

Das schlechteste Ergebnis in der 107-jährigen Geschichte des Basler Unternehmens ist die Folge von Wertberichtigungen und Rückstellungen in Höhe von fast acht Milliarden Franken, wie Roche am Mittwoch mitteilte.

Trotzdem Dividende

Roche weist für 2002 einen Reinverlust von 4,026 Milliarden Franken auf, verglichen mit einem Gewinn von 3,697 Milliarden Franken im Vorjahr. Dennoch will der Verwaltungsrat die Dividende um zwölf Prozent auf 1,45 Franken erhöhen. Dies wird mit dem guten Betriebsergebnis begründet, das ohne Sonderfaktoren um zwölf Prozent auf fünf Milliarden Franken gesteigert wurde. Der Umsatz erhöhte sich um zwei Prozent auf 29,575 Milliarden Franken.

Strafe für Vitaminkartell als Restlast

Der gewaltige Verlust hängt einerseits mit der Bereinigung der Affäre um ein illegales Vitaminkartell zusammen: Hier musste Roche seine Rückstellungen für die Beilegung von Klagen in den USA nochmals um 570 Millionen auf 1,77 Milliarden Franken aufstocken. Aus dem Verkauf des Vitamingeschäfts und der Fusion von Nippon Roche mit Chugai resultierte zudem eine Nettobelastung von gut einer Milliarde Franken. Anderseits riss das Finanzgeschäft, von dem Roche jahrelang massiv profitiert hatte, ein gewaltiges Loch in die Kasse: Roche belastete die Ende 2002 aufgelaufenen Buchverluste auf dem Wertschriften-Portfeuille von 5,192 Milliarden Franken voll der Erfolgsrechnung 2002.

Themen in diesem Artikel