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Private Altersvorsorge Riester-Rente in der Krise

Die Finanzkrise hat die Sorgen der Deutschen über die Alterssicherung vergrößert
Die Finanzkrise hat die Sorgen der Deutschen über die Alterssicherung vergrößert
© Colourbox
Die Deutschen verlieren das Vertrauen in die private Altersvorsorge: 20 Prozent der Berufstätigen haben ihre Verträge gekündigt oder die Beiträge gekürzt. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland, wie eine Umfrage ergab.

Nach der Rezession steckt die private Altersvorsorge in der Krise. Jeder fünfte Berufstätige hat Vorsorgeverträge gekürzt oder gekündigt, besonders das Vertrauen in die Riester-Rente schwindet. Das hat eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der Postbank ergeben. "Man kann von einer regelrechten Schockstarre sprechen", erklären die Autoren der Studie.

In der Umfrage gaben 68 Prozent der Berufstätigen an, ihre Einstellung zur Privatvorsorge habe sich nach der Finanzkrise verändert. 28 Prozent sagen, sie seien skeptischer geworden, 23 Prozent haben Zweifel an der Sicherheit. 46 Prozent der Berufstätigen glauben, dass es eine wirklich sichere Vorsorge gar nicht gebe.

Riester-Rente stößt auf größere Skepsis

Vor allem die staatliche Riester-Förderung hat an Bedeutung und Ansehen verloren, wie es weiter hieß. 2008 bewerteten junge Berufstätige unter 30 Jahren noch zu 45 Prozent die Riester-Rente als "ideale Form der Alterssicherung", 2010 sahen das nur noch 26 Prozent so. 2008 wollten 23 Prozent der jungen Berufstätigen einen Riester-Vertrag abschließen, zwei Jahre später sind es der Studie zufolge nur noch neun Prozent. Selbst von den Berufstätigen, die eigentlich ihre Absicht zum Ausbau der Vorsorge in den kommenden Jahren erklärt haben, habe jeder Vierte seine laufenden Vorsorgeverträge gekündigt oder gekürzt. Insgesamt gäben die Berufstätigen weniger für die private Altersvorsorge aus. Bei den unter 50-Jährigen betrage das Minus im Schnitt zwölf Prozent.

Die gesetzliche Rente gewinnt laut Umfrage zwar an Ansehen, allerdings haben die Versicherten auch hier Sorgen. 44 Prozent der Berufstätigen sagten, sie machten sich wegen der hohen Staatsverschuldung Gedanken. 37 Prozent befürchten deswegen Rentenkürzungen, und 28 Prozent erwarten steigende Preise und damit eine Entwertung ihrer Ersparnisse.

Zwischen West und Ost öffnet sich den Ergebnissen zufolge bei der Vorsorge fürs Alter eine Schere. In den neuen Ländern hätten die Berufstätigen ihre Vorsorgeaufwendungen 2010 im Vergleich zum Jahr zuvor um 25 Prozent gekappt. Die Ostdeutschen legen demnach im Schnitt 123 Euro monatlich zurück. In Westdeutschland sind es fast 100 Euro mehr, nämlich 215 Euro im Monat. Gleichzeitig sagten im Osten nur noch 14 Prozent der Berufstätigen, sie erwarteten einen Ruhestand ohne finanziellen Sorgen. 2009 waren es noch 20 Prozent. Im Westdeutschland erwarten 30 Prozent einen sorgenfreien Ruhestand; die Zahl ist von 26 Prozent gewachsen.

söw/DAPD dapd

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