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Private Finanzen: Gute Nachrichten für die Familienkasse

Rückwirkend zum 1. Januar 2006 wurde nun die Absetzbarkeit für die Kinderbetreuung geregelt: Die Aufwendungen können bis zu höchstens 4000 Euro je Kind und Jahr geltend gemacht werden - müssen aber belegt werden.

Berufstätige Eltern können Ausgaben für die Kinderbetreuung bei der Steuererklärung von ihrem Einkommen absetzen. Die bislang schwer zu durchschauenden Regelungen wurden rückwirkend zum 1. Januar 2006 vereinheitlicht (Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 19. Januar 2007, AZ: IV C 4 - S 2221 - 2/07).

Zwei Drittel der Betreuungskosten sind absetzbar

Demnach sind Aufwendungen für die Kinderbetreuung grundsätzlich als Werbungskosten beziehungsweise Betriebsausgaben zu berücksichtigen. Je Kind können pro Jahr zwei Drittel der Betreuungskosten, höchstens jedoch 4000 Euro, vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden. Die Betreuungskosten fallen zusätzlich zu Arbeitnehmer-Pauschbetrag und Betriebskostenpauschale an.

Leben die Eltern getrennt, wird der Betrag geteilt, sofern sich die Elternteile nicht auf eine andere Regelung einigen. Nur wenn ein Werbungskostenabzug nicht möglich ist, beispielsweise weil nur ein Elternteil arbeitet, können die Betreuungskosten als Sonderausgaben, als außergewöhnliche Belastung oder über die Regelung zu haushaltsnahen Dienstleistungen bei der Steuererklärung berücksichtigt werden. Berufstätig ist, wer mindestens zehn Stunden pro Woche arbeitet. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, einen Minijob oder auch eine selbstständige Tätigkeit handelt.

Auch Ausgaben für Tagesmütter gelten

Als Kinderbetreuung akzeptiert das Finanzamt nicht nur die Unterbringung in Kindergarten, Tagesstätte oder Kinderhort, sondern auch die Beschäftigung einer Tagesmutter, einer Hausaufgabenhilfe sowie zahlreiche andere Betreuungsformen. Im Prinzip können auch die Großeltern oder andere Angehörige auf das Kind aufpassen, ohne dass Steuervorteile verloren gehen. Haben die Angehörigen jedoch selbst Anspruch auf Kindergeld für das betreute Kind, ist ein Steuerabzug ausgeschlossen.

Eltern müssen Betreuungsaufwendungen stets durch eine Rechnung und einen Zahlungsbeleg nachweisen. Als Rechnung gilt auch ein Anstellungsvertrag oder der Gebührenbescheid des Kindergartens. Das Finanzamt fordert aber als Beleg dafür, dass die Zahlung auch tatsächlich erfolgt ist und keine Scheinrechnungen ausgestellt wurden, einen Überweisungsbeleg oder einen Kontoauszug. Eine Barzahlung gegen Quittung ist nicht möglich.

Übergangsregelung für Belege

Wer seine Steuererklärung für 2006 noch nicht abgegeben hat, profitiert allerdings von einer Übergangsregelung. Wenn beispielsweise die Tagesmutter bescheinigt, dass sie das Kind über einen bestimmten Zeitraum betreut hat, muss das Finanzamt die Betreuungskosten auch ohne Rechnung und Kontobelege akzeptieren.

Hendrik Roggenkamp/DDP / DDP