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Sind Sie arm oder reich? Das Gesicht verrät es offenbar

Reiche Menschen fahren größere Autos, tragen eher Designerklamotten oder wertvollen Schmuck. So lauten zumindest die Klischees. Ob Menschen reich oder eher arm sind, steht ihnen jedoch offenbar auch ins Gesicht geschrieben.

Wohlstand und Armut könnten Menschen ins Gesicht geschrieben sein

Wohlstand und Armut könnten Menschen ins Gesicht geschrieben sein

Lässt sich am Gesicht von Menschen ablesen, wie viel Geld sie auf dem Konto haben? Offenbar, ja: Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Sozialpsychologen der Universität von Toronto. Studienteilnehmern, denen Fotos von Menschen mit neutralem Gesichtsausdruck vorgelegt wurden, konnten recht zuverlässig bestimmen, ob die Fotos Menschen zeigten, die mehr oder weniger als ein durchschnittliches Einkommen verdienten. Die Trefferquote lag bei 53 Prozent und damit über der Quote, wie man sie bei zufälligem Erraten erwarten würde.

Emotionen prägen offenbar unser Aussehen

Wie ist dieses Ergebnis zu erklären? Die Forscher vermuten, dass sich im Laufe des Lebens bestimmte Ausdrücke im Gesicht abzeichnen könnten, die im Zusammenhang mit Emotionen stehen. Zufriedenheit und Wohlstand würden beispielsweise eher mit Freude in Verbindung gebracht, so die Forscher. "Lebenserfahrungen prägen mit der Zeit das Gesicht", sagt Studienautor Nicholas Rule. "Die Relikte dieser Emotionen sind immer noch da, selbst wenn wir glauben, dass wir sie nicht mehr zur Schau tragen."

Für die Studie hatten die Forscher Studenten je nach Familieneinkommen in zwei Gruppen eingeteilt und fotografiert: Während die Mitglieder der einen Gruppe über ein Einkommen von je unter 60.000 Dollar im Jahr verfügten, kam die andere auf Einkommen von mehr als 100.000 Dollar. Im Anschluss beurteilten weitere Testpersonen die Fotos nach Bauchgefühl: Zeigten sie Menschen, die eher arm oder reich waren?

Immer schön lächeln

Interessant daran: Offenbar beeinflussen Lebenserfahrungen Gesichter bereits in einem frühen Lebensalter. So ordneten die Testpersonen bereits 18- bis 22-jährige Studenten recht zuverlässig dem jeweiligen ökonomischen Hintergrund zu. Die Entscheidung, Personen als arm oder reich einzustufen, laufe unterbewusst ab, betonen die Forscher. "Fragt man die Testpersonen, warum sie sich so entscheiden, haben sie keine Antwort. Sie sind sich dessen nicht bewusst."

Die treffsichere Zuordnung der Gesichter gelang den Studienteilnehmern jedoch nur bei neutralen Gesichtsausdrücken - nicht etwa, wenn die Personen auf den Fotos lächelten. Ein Lächeln, so vermuten die Forscher, könnte andere Emotionen in unserem Gesicht überspielen. Dieser Umstand könnte etwa bei Vorstellungsgesprächen wichtig sein, glauben die Wissenschaftler - nämlich dann, wenn man den künftigen Arbeitnehmer nicht von vornherein zu viel über den eigenen sozioökonomischen Hintergrund verraten möchte.


ikr

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