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Telefontarife: Telekom darf Billigtarif für Dauertelefonierer anbieten

Die Deutsche Telekom bietet ab kommenden Monat einen Billigtarif, bei dem eine Stunde Telefonieren im gesamten deutschen Festnetz egal ob Orts- oder Ferngespräch nur noch zwölf Cent kostet.

Gute Nachrichten für Dauertelefonierer: Telefonate kosten mit dem neuen Tarifmodell dann nur noch zwölf Cent je angefangener Stunde. Allerdings muss der Telekomkunde dafür eine zusätzliche monatliche Grundgebühr von 4,68 Euro zahlen, wie die Telekom am Montag mitteilte.

Vor allem für Langtelefonierer

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation hatte am Wochenende grünes Licht für den "enjoy Tarif" gegeben. Der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth, mahnte allerdings am Montag in Bonn die Telefonnutzer zu Vorsicht beim Abschluss eines entsprechenden Vertrages. "Derartige Tarife rechnen sich nicht für Viel-, sondern vor allem für Langtelefonierer. Man sollte sein Telefonverhalten auf Grund der zurückliegenden Rechnungen ausführlich analysieren und bewerten", betonte Kurth. Die erhöhten Grundgebühren würden schließlich auch dann fällig, wenn man im Urlaub oder auf Reisen sei. Vermeintliche Vorteile könnten sich dadurch ins Gegenteil verkehren.

Die Telekom-Konkurrenten übten scharfe Kritik an der Genehmigung des neuen Billigtarifs. Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) warnte, das neue Billigangebot könne "kundenfreundlichen Angeboten der Wettbewerber im Bereich Call-by-Call und Preselection die wirtschaftliche Grundlage komplett entziehen". VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner sagte, es drohten "erhebliche Wettbewerbsverzerrungen".

Regulierungsbehörde rät zur Vorsicht

Einen ersten Versuch der Telekom, einen Billigtarif für Vieltelefonierer für zehn Cent die Stunde zu offerieren, hatten die Wettbewerbshüter Ende Mai untersagt, da die Telekom-Konkurrenten bei dem Billigangebot nicht mithalten könnten und dadurch der Wettbewerb gefährdet werde. "Der jetzige Tarifantrag war genehmigungsfähig, weil er für Wettbewerber nachbildbar ist", betonte Kurth. Tatsächlich ist bei dem neuen Telekom-Angebot der stündlich zu zahlende Verbindungspreis um 20 Prozent, und die monatliche Grundgebühr um elf Prozent höher als beim ursprünglichen Angebot. Die Börse reagierte erfreut auf die Entscheidung der Regulierungsbehörde. Bis zum Nachmittag stieg der Wert der T-Aktie um rund 1,5 Prozent. (AP)

DPA