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Teure Extras beim Optiker: Das Geschäft mit der Brille

Von wegen Nulltarif: Nach dem Tuning mit Gleitsicht, Superentspiegelung und Lotuseffekt kostet eine Brille locker 1000 Euro. Welche Extras braucht man wirklich und was ist nur teurer Schnickschnack?

Von Silke Gronwald

Haben Sie den Durchblick? Beim Optiker zahlen viele Kunden am Ende drauf.

Haben Sie den Durchblick? Beim Optiker zahlen viele Kunden am Ende drauf.

Das Heer der 40 Millionen deutschen Brillenträger investiert ein kleines Vermögen in den optimalen Durchblick. 5,2 Milliarden Euro spülten die Deutschen im vergangenen Jahr in die Kassen der Optiker – soviel wie sie für Uhren, Schmuck und Brillanten zusammen ausgaben. Von wegen Nulltarif.

400 Euro kostet ein Gestell mitsamt Korrekturgläsern im Schnitt beim Optiker. Wohlgemerkt im Schnitt. Die Preise starten bei 29 Euro (einfache Lesebrille im Sonderangebot) und enden im Nirgendwo. Für ein Paar Gleitsichtgläser sind heutzutage 1200 Euro keine Seltenheit mehr – nur für die Gläser, ohne den Rahmen.

Irre Preise – auch, weil viele Kunden beim Optiker längst den Durchblick verloren haben. Was also brauchen Brillenträger wirklich? Was ist überflüssiger Luxus oder teurer Unsinn? Was bedeutet überhaupt "Superentspiegelt mit Lotuseffekt" und wer hat das wirklich nötig? Und lohnt der Kauf einer Nah-Komfort-Brille? Der stern hat auf den folgenden Seiten die Vor- und Nachteile der wichtigsten Glasarten und ihrer Veredelungen zusammengestellt.

Weitere Informationen, etwa auf die Frage: Was taugt eine Brille aus dem Internet, finden Sie im neuen stern. Sie haben selbst ein außergewöhnliches Kundenerlebnis beim Brillenkauf gehabt? Dann schreiben Sie uns an achtungkunde@stern.de.

Gleitsichtgläser

Vorteil: Gleitsichtgläser versprechen im Gegensatz zu simplen Einstärkenbrillen ein stufenlos scharfes Sehen. Die beiden Zonen, für die Weite und die Nähe gehen allmählich "gleitend" ineinander über. Der untere Bereich sorgt für die nötige Vergrößerung, der obere für einen scharfen Blick in die Ferne.

Nachteil:

Manchmal fällt die Eingewöhnung schwer. Es kann zu Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen kommen. Diese Probleme sollten aber spätestens nach einigen Wochen vorbei sein. Vor allem gibt es aber bei Gleitsichtbrillen extreme Qualitätsunterschiede: Gute Gläser haben einen sehr großen Sehbereich, schlechte nur einen kleinen. Dieses Manko muss durch ständiges Drehen des Kopfes ausgeglichen werden.

Komfort-Nahgläser

Vorteil: Sogenannte Arbeitsplatz-, oder Bildschirmbrillen sind extra auf den erweiterten Nahbereich zugeschnitten. Das heißt, man kann mit Ihnen nicht nur gut die Zeitung lesen, sondern auch auf einem etwas weiter entfernten Bildschirm alles scharf erkennen. Während eine reine Lesebrille nur für einen Abstand von etwa 40 Zentimetern optimal ist, ermöglicht eine Bildschirmbrille ermüdungsfreies und gutes Sehen bis zu vier Metern. Die Kosten für diese Brille werden manchmal vom Arbeitgeber übernommen, wenn sie augenfachärztlich verordnet wurde.

Nachteil:

Sie kosten deutlich mehr als reine Lesebrillen.

Kunststoffgläser

Vorteil: Sie sind erheblich leichter als Gläser aus echtem Glas. Und sie zerbrechen nicht so leicht. Weshalb sie vor allem auch für Kinder und im Sport geeignet sind.

Nachteil:

Kunststoff ist längst nicht so kratzfest wie echtes Glas. Ohne einen zusätzlichen Härtelack würden sie sehr schnell unbrauchbar werden.

Entspiegelung

Vorteil: Entspiegelte Gläser verhindern störende Reflexe. Die können vor allem im Dunkeln und beim Autofahren behindern. Dazu kommt ein feiner Überzug aufs Glas. Es gibt ihn in drei Qualitätsstufen: einfach, mittel und super. Für den normalen Gebrauch reicht eine mittlere Entspiegelung.

Nachteil:

Je effektiver die Entspiegelung, desto stärker sieht man auch den Schmutz, wie beispielsweise Fingerabdrücke.

Lotuseffekt

Vorteil: Diese Wasser und Schmutz abweisende Beschichtung reduziert das Anhaften von Verunreinigungen deutlich. Das Wasser perlt ab und nimmt den Dreck gleich mit. Vor allem bei superentspiegelten Gläsern nützlich und oft gleich mit dabei.

Nachteil:

Mehrkosten für die Spezialbehandlung um die 100 Euro.

Selbsttönende Gläser

Vorteil: Bei starkem Lichteinfall verfärben sich die Gläser automatisch. Der lästige Wechsel zur Sonnenbrille fällt weg. Lässt die Sonnenintensität wieder nach, werden die Gläser von alleine wieder heller.

Nachteil:

Die Tönung bzw. Aufhellung benötigt einige Zeit. Bei plötzlichen Blendungen bieten die Gläser deswegen keinen ausreichenden Schutz. Auch wenn man einen abgedunkelten Raum betritt oder mit dem Auto in einen dunklen Tunnel fährt, dauert es eine Weile bis sich das Glas angepasst hat. Und da in vielen Windschutzscheiben bereits ein UV-Blocker enthalten ist, tönen sich die Gläser beim Autofahren oft nicht vollständig.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.