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Augen lasern: Geschärfter Blick dank Lichtschwert

Um die 70.000 Deutsche lassen sich jährlich die Augen lasern. stern.de zeigt, für wen sich der Eingriff eignet, welche Risiken es gibt und auf was Patienten achten sollten.

Von Lea Wolz

Gut 42 Millionen Menschen in Deutschland, und damit mehr als die Hälfte, tragen eine Brille. Drei Millionen gleichen ihre Sehschwäche mit Kontaktlinsen aus. Doch nicht jeder ist mit den Sehhilfen zufrieden. Den einen nervt die Brille, der andere hat einfach keine Lust mehr auf Kontaktlinsen oder verträgt sie nicht. Viele Fehlsichtige spielen mit dem Gedanken, sich die Augen lasern zu lassen. Um die 70.000 entscheiden sich jährlich dafür, ihren Blick mithilfe der modernen Technik wieder zu schärfen.

Im Vergleich zu den USA, wo die Zahlen gut zehnmal höher liegen, sind dies immer noch wenige. Augenarzt Thomas Neuhann aus München glaubt, dass dies nicht nur an den Kosten liegt: "Deutsche sind grundsätzlich vorsichtiger, auch für kosmetische Eingriffe wie Brustvergrößerungen oder Bauchstraffen entscheiden sie sich seltener." Nach einem Rückgang 2008 steigen die Operationszahlen für Laserkorrekturen seit einem Jahr wieder leicht an. Wer sich dafür interessiert, steht einer Unzahl an Angeboten gegenüber, die für viele Verbraucher wohl nur schwer zu durchblicken ist. Auf Plakaten, in Straßenbahnen oder Bussen werben Anbieter. Auch im Internet werden Adleraugen zu Dumpingpreisen angeboten. Doch nicht jede Anzeige ist seriös.

"Wer eine Laser-OP in Erwägung zieht, sollte sich zuvor immer gründlich informieren", rät Augenarzt Michael Knorz, Leiter des FreeVis-Lasik-Zentrums an der Universitätsklinik Mannheim. Denn der Eingriff verändert die Form der Hornhaut und lässt sich nicht rückgängig machen. Chancen und Risiken sollten mit einem Arzt besprochen werden. Wichtig ist es zudem, sich darüber im Klaren zu sein, dass auch nach einer erfolgreichen Korrektur eine geringe Fehlsichtigkeit bleiben kann. In manchen Fällen wird daher nach dem Lasern noch eine Brille gebraucht. "Mitunter kann der Effekt auch über die Jahre nachlassen", sagt der Münchner Mediziner Neuhann. Vor Altersweitsichtigkeit, die oft ab dem 45 Lebensjahr auftritt, schützt die Laser-OP ohnehin nicht.

Nicht bei jedem anwendbar

Daneben ist die Technik auch nicht für jeden geeignet. "Grüner und grauer Star oder bestimmte Hornhauterkrankungen sind unter anderem Ausschlusskriterien", sagt Knorz. Verschlechtert sich die Fehlsichtigkeit noch, ist der Eingriff ebenfalls nicht möglich. Jugendliche unter 18 Jahren sollten gar nicht gelasert werden, da sich bei ihnen das Auge noch verändert. Auch bei zu dünner Hornhaut scheidet das Laserskalpell aus.

Ob eine Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels Laser möglich ist, klärt der Augenarzt in einer Voruntersuchung. "Dabei werden unter anderem Oberfläche und Dicke der Hornhaut vermessen", sagt Knorz. Zusätzlich bestimmt der Arzt Sehschärfe, Augeninnendruck und den Durchmesser der Pupille. Eine halbe bis eine Stunde an Zeit sollte dafür laut Knorz eingeplant werden. "Hundert bis zweihundert Euro kostet die Untersuchung." Davor dürfen zwei Wochen lang keine Kontaktlinsen getragen werden. Da Tropfen dafür sorgen, dass die Pupillen bei der Untersuchung geweitet sind, sollte im Anschluss das Auto - genau wie nach der OP - besser stehen bleiben.

Ungefähr 300 Spezialisten bieten in Deutschland die OP an - in Laserzentren, Universitätskliniken und Krankenhäusern. Die Kosten müssen Kassenpatienten selbst tragen, wer privat versichert ist, bekommt sie zumeist teilweise erstattet. Der Preis für die OP liegt zwischen 3500 und 5000 Euro für beide Augen, Werbeangebote können aber auch deutlich günstiger sein. "Über die Qualität sagt das nichts aus", versichert Knorz. "Wichtig ist, dass der Arzt auf der Anwenderliste der refraktiven Chirurgen geführt wird. Das sollte das absolute Minimum sein." Zwar können auch andere Ärzte die Laser-OP anbieten; wer auf der Liste steht, hat sich aber freiwillig verpflichtet, bestimmte Leitlinien bei der Behandlung einzuhalten. Angaben darüber, wie häufig und wie erfolgreich ein Arzt die OP anwendet, finden sich dagegen nicht.

Orientierung bietet daneben ein Qualitätssiegel, das der Tüv an Kliniken vergibt. "Beim 'Lasik-Tüv' werden neben Hygiene, technischer Ausstattung und Behandlungsergebnissen auch Erfahrung und Qualifikation der Ärzte beurteilt", sagt Knorz, der an der Erstellung der Prüfkriterien mitgearbeitet hat. Wer operiert, muss zum Beispiel für das vergangene Jahr mindestens 250 Lasereingriffe nachweisen. Einmal im Jahr überprüft der Tüv die Kliniken - und erkennt notfalls das Siegel auch wieder ab. Eine Liste aller zertifizierten Zentren findet sich im Internet - momentan (Stand November 2010) erfüllen 23 Zentren die Auflagen.

Der Laser formt die Hornhaut neu

Doch was passiert eigentlich, wenn die Augen gelasert werden? "Grundsätzlich wird bei dieser Methode die Hornhaut in eine neue Form gebracht, um die bestehende Fehlsichtigkeit zu korrigieren", sagt Knorz. Dafür gibt es verschiedene Verfahren, bei denen die Oberfläche der Hornhaut entweder direkt gelasert oder zuvor ein dünne Lamelle der Hornhaut abgetrennt und zur Seite geklappt wird (siehe Kasten). "Das visuelle Resultat ist bei beiden Methoden nach drei bis sechs Monaten gleich", sagt der Münchner Augenarzt Neuhann. Behandelt werden können damit Kurzsichtigkeiten bis etwa minus zehn Dioptrien und Weitsichtigkeit bis zu plus vier Dioptrien sowie leichte Hornhautverkrümmungen. "Die Kommission für refraktive Chirurgie fasst den Anwendungsbereich sogar noch enger", sagt Knorz. "Grünes Licht gibt sie für plus drei bis minus acht Dioptrien."

Die gängigsten Methoden sind Lasik (Laser in situ Keratomileusis), PRK (Photorefraktive Keratektomie) und Lasek (Laser Epithelial Keratomileusis). Welches Verfahren geeignet ist, muss jeder Patient individuell mit seinem Arzt besprechen. In über 90 Prozent der Fälle kommt die Lasik-Methode zum Einsatz. Zeitaufwändig ist die Laser-OP nicht. Der ambulante Eingriff dauert in der Regel fünf bis zehn Minuten pro Auge, gelasert wird etwa 20 Sekunden. "Beide Augen werden typischerweise in einer Sitzung behandelt", sagt der Mannheimer Augenarzt Knorz.

Grob passiert dabei folgendes: "Bei Weitsichtigkeit wird in der Mitte der Hornhaut wenig Gewebe abgetragen, am Rand etwas mehr", sagt Neuhann. Die Brechkraft des Auges wird dadurch erhöht, auch beim Lesen eines Buches entsteht wieder ein scharfes Bild auf der Netzhaut. Bei Kurzsichtigkeit entfernt der Laser dagegen in der Mitte etwas mehr und am Rand etwas weniger Gewebe. "In die Mitte der Hornhaut wird gleichsam ein flacher Teller gelasert", erklärt Neuhann. Die Hornhaut wird abgeflacht, die Brechkraft des Auges reduziert.

Das Auge wird für den Eingriff lokal betäubt. Beim Abtragen der Hornhaut durch den Laser ertönt ein klopfendes Geräusch, und es kann etwas verbrannt riechen. "Da Druck auf das Auge ausgeübt wird, kann es sein, dass sie kurzzeitig nichts sehen", sagt Neuhann. "Schmerzen sind aber nicht zu spüren." Nach der OP werden die Augen mit einem durchsichtigen Verband oder einer dunklen Brille geschützt; in regelmäßigen Abständen müssen Gelaserte zur Nachkontrolle zum Arzt.

Gute Erfolgsquote, aber nicht risikolos

Viele Lasik-Patienten können schon einen Tag nach der Operation wieder klar sehen, bei Lasek oder PRK kann es bis zu einer Woche dauern. Als erfolgreich gilt die Operation, wenn höchstens eine halbe Dioptrien plus oder minus übrig bleibt. "Das wird bei 95 Prozent der Patienten erreicht", sagt Knorz. "90 Prozent der Patienten brauchen im Anschluss keine Brille mehr." Am besten geeignet ist die Laser-OP für Kurzsichtige. Wie erfolgreich die Operation ist, hängt auch davon ab, wie stark die Sehschwäche ist. "Je stärker, desto mehr Hornhaut muss abgetragen werden, desto ungenauer kann das Unterfangen werden", sagt Neuhann.

Auch wenn die Laser-OP am Auge seit ihrer Einführung in den achtziger Jahren zum Routineeingriff geworden ist, ist sie nicht ohne Risiken. Schwere Komplikationen wie Narbenbildung oder Infektionen treten Neuhann zufolge allerdings sehr selten auf. Bei etwa fünf Prozent aller Patienten klappt die gewünschte Korrektur nicht auf Anhieb; dann muss nachoperiert werden. Ein anderes Problem: "Nach der Operation kann das Auge sehr trocken sein", sagt Knorz. In den meisten Fällen sei das vorübergehend, doch in ein bis drei Prozent der Fälle bleibe der Zustand. Dann müssen nicht nur nach der OP, sondern lebenslang Augentropfen verschrieben werden. Auch Sehstörungen wie verstärkte Lichtempfindlichkeit und Probleme mit dem Sehen in der Dämmerung und Dunkelheit können vorübergehend auftreten. Die Sehschärfe kann in den ersten Monaten ebenfalls stark schwanken. "Manche Patienten können daher in dieser Zeit kein Auto fahren", sagt Knorz.

Von günstigen Angeboten, die Patienten zu einer OP ins Ausland locken, rät er ab. "Dort können sie nicht prüfen, welche Qualität sie bekommen." Zu einem ähnlichen Urteil kommt auch Stiftung Warentest. Bei einem Test hatten die Verbraucherschützer in Augenlaser-Zentren in Istanbul viel zu beanstanden. So unterblieben wichtige Voruntersuchungen, über Risiken und Komplikationen wurde nicht ausreichend aufgeklärt. "Billiges Lasern kann da schnell teuer werden, wenn nachbehandelt werden muss", sagt Neuhann.

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.