Goldhase und Co.
Schoko-Osterhasen deutlich teurer – obwohl Kakao viel billiger ist

Goldhasen von Lindt und andere Schoko-Osterhasen sind teurer geworden
Goldhasen von Lindt und andere Schoko-Osterhasen sind teurer geworden
© NIBOR / Action Press
Schoko-Osterhasen von Milka oder Lindt kosten dieses Jahr deutlich mehr, zeigt ein Marktcheck. Mit den Preisen für die wichtigste Zutat lässt sich das nicht begründen.

Wer sich dieser Tage mit Schoko-Osterhasen eindecken will, der kann dafür ganz erstaunliche Preise bezahlen. Zum Beispiel 8,99 Euro für einen der berühmten Goldhasen von Lindt. 200 Gramm Vollmilchschokolade bekommt man dafür. Online kann man das Markenprodukt mit dem roten Schleifchen sogar mit eigenem Namen personalisieren lassen – für nochmal zwei Euro extra. 

Mit Blick aufs Portemonnaie werden viele wohl lieber eine Hasen-Nummer kleiner wählen. Allerdings sind Schokohasen bekannter Marken zu diesem Osterfest generell deutlich teurer als vergangenes Jahr. Bis zu 25 Prozent mehr kosten die Osterprodukte im Supermarkt, ergab ein Preisvergleich der Verbraucherzentrale Hamburg. Im Vergleich zu 2020 haben sich die Preise teilweise verdoppelt.

Das ist bemerkenswert, denn die wichtigste Zutat Kakao ist zuletzt drastisch günstiger geworden. Um rund 75 Prozent sei der Preis für Rohkakao binnen eines Jahres gefallen, monieren die Verbraucherschützer. Im Februar fiel der Kakaopreis an den Börsen sogar auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. „Wir können die Preissteigerungen daher nicht nachvollziehen“, sagt Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Aus Sicht der Rohstoffpreise sind sie nicht gerechtfertigt.“

Schoko-Osterhasen von Lindt und Milka teurer

Trotz günstigerer Kakaopreise stieg der Preis für den 100-Gramm-Goldhasen laut Marktcheck von 4,29 Euro auf bis zu 4,99 Euro und für den 50-Gramm-Goldhasen von 2,79 Euro auf 3,29 Euro. Ähnlich sieht es beim großen Konkurrenten Milka aus: Der lila Schmunzelhase kostet in der 90 Gramm-Version bis zu 3,29 Euro (Vorjahr 2,69 Euro) und in der 45-Gramm-Variante 1,99 Euro (Vorjahr 1,69 Euro). Das Milka-Löffelei, das die Verbraucherschützer zuvor für 3,29 Euro (2024) und 4,39 Euro (2025) eingekauft hatten, kostet nun 5,49 Euro. 

Zu den Gründen für die Preiserhöhung halten sich die Hersteller bedeckt. Eine Anfrage des stern ließen Lindt und Milka-Hersteller Mondelez unbeantwortet. Verbraucherschützer Valet vermutet, dass große Markenhersteller einfach versuchen, ihre Margen zu erhöhen. „Die Hersteller wissen genau: An Ostern sitzt der Geldbeutel bei vielen Verbrauchern lockerer, da testet man halt, wie weit man gehen kann.“

Klar ist, dass Kakao nicht der einzige wichtige Kostenblock in der Produktion von Schokolade ist. Auch Energie, Verpackung und Transport seien teuer, erklärte Mondelez vergangenes Jahr im Zuge einer Preiserhöhung bei Milka-Schokolade. Als Hauptargument für die höheren Schokoladenpreise führte Mondelez dabei allerdings die höheren Kakaopreise ins Feld, die 2024 und Anfang 2025 tatsächlich enorm gestiegen waren. 

Mondelez habe einen „starken Gewinnrückgang in Europa hinnehmen“ müssen, „der auf den anhaltenden Anstieg unserer Kakaokosten zurückzuführen ist“, schrieb der Konzern in einer Stellungnahme Ende Februar 2025.

Diese Argumentation lässt die Schokohersteller jetzt schlecht aussehen. „Wer laut schreit: ,Wir müssen die Preise erhöhen, weil Kakako so teuer geworden ist‘, der sollte sie auch senken, wenn Kakao wieder billiger wird“, meint Verbraucherschützer Valet. Sein Rat an die Kunden lautet: Auf Sonderangebote achten, denn viele Läden würden ausgehend vom hohen regulären Preis derzeit mit reduzierten Waren werben.