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Urteil: Firmenpartys steuerlich absetzen

Arbeitnehmer dürfen ab sofort Ausgaben fürs Feiern bei der Steuer absetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass es sich um ein Fest mit beruflichem Anlass handelt - und bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Von Ulrike Wirtz

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat offenbar sein Herz für Arbeitnehmer entdeckt: Mit einer Entscheidung (Aktenzeichen BFH VI R 52/03) stellte er sich mit seiner Rechtsprechung auf die Seite der Werktätigen. Im konkreten Fall hatte ein Brigadegeneral bis zum höchsten Steuergericht prozessiert. Der war pensioniert worden und hatte seine Dienstgeschäfte bei einem Empfang an den Nachfolger übertragen.

Bisher galten solche Feiern als Privatsache

Dazu hatte sein Dienstherr einen illustren Kreis ins Offiziersheim eingeladen und auch die Gästeliste erstellt. Allerdings hatte sich der General an den Kosten für Drinks und Canapés anlässlich seiner feierlichen Verabschiedung beteiligt - und setzte dann die Bewirtungskosten in seiner Steuererklärung als Werbungskosten ab. Das Finanzamt verweigerte jedoch den steuerlichen Abzug, da derartige Anlässe für Arbeitnehmer immer auch ein herausragendes persönliches Ereignis seien und daher reine Privatsache. Das sah das Finanzgericht Köln genauso - und bis dato auch der BFH.

Doch der machte nun eine Kehrtwendung: Die Richter vom VI. Senat messen dem privaten Anteil keine steuerschädliche Bedeutung mehr zu, wenn die Umstände der Feier insgesamt ihren berufsbedingten Charakter unterstreichen. Das Gericht nennt gleich einige entscheidende Kriterien, die für den beruflichen Anlass und damit den Steuerabzug sprechen. Maßgeblich sei zum Beispiel die Art der Gäste, ob es sich um Kollegen, Geschäftsfreunde oder Mitarbeiter von Arbeitgeber wie Arbeitnehmer handelt oder um den privaten Kreis, also Angehörige und Freunde. Sicheres Indiz für die berufliche Veranlassung ist laut BFH vor allem auch, wenn der Arbeitgeber einlädt. Ferner ist zu berücksichtigen, wo gefeiert wird und wie das Fest abläuft. Die Fete im eigenen Partykeller bleibt also steuerlich weiter ein Privatvergnügen.

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