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Verbraucher: Kindergeld gibt es auch ab 18 Jahren

Viele Eltern, deren Kinder 18 Jahre und älter sind, stellen sich die Frage nach dem Kindergeld. Damit niemand auf die 154 oder 179 Euro pro Kind und Monat verzichten braucht, müssen einige Spielregeln beachtet werden.

Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Frankfurt am Main will dazu mit einigen Informationen helfen: "Kindergeld gibt es generell bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs, ohne Rücksicht auf das Einkommen." Darüber hinaus wird bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres gezahlt, wenn das Kind eine Schul- und Berufsausbildung oder ein Studium absolviert. Zu beachten ist allerdings die Einkommensgrenze des Kindes von 7.680 Euro pro Jahr.

Familienkasse mit einbeziehen

Wenn Kinder also die Schule vor den Ferien beendet haben und im Herbst eine Lehre beginnen, könnte das Kindergeld ohne Unterbrechung weiter gezahlt werden, es sei denn, das Kind übt eine Vollzeiterwerbstätigkeit aus. Wichtig ist, dass die Eltern die Ausbildung umgehend der Familienkasse bei der Agentur für Arbeit mitteilen. Auch wenn es mit dem Ausbildungsplatz nicht sofort klappen sollte, gibt es weiter Kindergeld. Auch hier gelte: "Unbedingt die Familienkasse informieren! Die Berater der Agentur für Arbeit helfen gern bei der Stellensuche. Damit ist denn auch gleich der Nachweis für die Ausbildungssuche geführt." Es sei aber auch möglich, eigene Bemühungen durch Vorlage der Bewerbungsbestätigungen, Zwischennachrichten oder Absagen von Arbeitgebern zu dokumentieren.

Wartezeit bis zur Ausbildung schadet meist nicht

Die meisten Abiturienten und Fachoberschüler steuern ein Studium an. Eine Wartezeit von bis zu vier Monaten zwischen Abitur und Studium ist nach Angaben der Experten zunächst nicht schädlich für die weitere Auszahlung des Kindergeldes. Allerdings müsse die Bewerbung um einen Studienplatz möglich rasch erfolgen, ebenso wie die Unterrichtung der Familienkasse darüber. Auch für eine Übergangszeit von bis zu vier Monaten zwischen Ausbildung und Wehr- oder Zivildienst werde Kindergeld gezahlt. Das gelte auch für die Zeit zwischen Wehr- beziehungsweise Zivildienst und Studium. In diesen Fällen könne das Kindergeld auch über das 27. Lebensjahr hinaus bewilligt werden.

Einkommensobergrenze beachten

"Wenn junge Leute nach einer betrieblichen Ausbildung nicht übernommen werden oder aus anderen Gründen ohne Arbeit und Ausbildung sind, kann unter bestimmten Voraussetzungen Kindergeld bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gezahlt werden", heißt es weiter. Wenn unmittelbar vor der Ausbildung Wehr- und Zivildienst geleistet wurde, könne die Zahlung auch über das 21. Lebensjahr hinaus erfolgen. Hier gelte: "Das Kind muss bei einer Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldet sein und darf nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen." Wer eine Lehre beendet hat, habe in der Regel Anspruch auf Arbeitslosengeld. Überschreiten Ausbildungsvergütung und Arbeitslosengeld dann die Einkommensgrenze von 7.680 Euro im Jahr, könne kein Kindergeld gezahlt werden. (AP)

DPA