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Verbraucher: Schufa will Selbstauskunft erleichtern

Die Schufa will den Verbrauchern die Selbstauskunft über ihre Kreditwürdigkeit erleichtern. Ab dem kommenden Jahr an solle die Selbstauskunft auch sicher über das Internet abgerufen werden können.

Dies kündigte Schufa-Chef Rainer Neumann am Dienstag in Frankfurt an. Bisher kostet eine Eigenauskunft einmalig 7,60 Euro und wird per Post zugestellt. Im Internet soll die Gebühr dann für einen längeren Zeitraum gelten. Derzeit führt die Schufa Gespräche in Russland, um dort eine Kreditauskunft aufzubauen. "Wir wurden von den russischen Bankenverbänden angesprochen", so Neumann.

Bonitätseinschätzung von Freiberuflern

Ab 2005 will die Schufa unter dem Namen "Schufa Business Line" ihr Informationsangebot über Selbstständige, Freiberufler und kleinere Firmen ausbauen. Profitieren soll davon der professionelle Internet-Handel. Neben der klassischen Kreditauskunft berechnet die Schufa zum Beispiel auch Ausfallrisiken oder wertet für Versicherungen Anträge auf eine Riester-Rente aus. Vertragspartner sind überwiegend Banken, aber auch Versandhändler und Telekom-Unternehmen, die beim Abschluss eines Handy-Vertrags ebenfalls ein Kreditrisko eingehen und Auskunft über die Bonität ihrer Kunden wünschen. Die Schufa-Partner leiten wiederum ihre eigenen Daten an das Unternehmen weiter.

"Das Angebot wird dazu führen, dass mehr Kredite durch bessere Informationen möglich werden", betonte Neumann. Auch Online-Händler sollen mehr Schutz vor Betrug im Internet bekommen. Beispielsweise könne das Internet-Auktionshaus Ebay mit Schufa-Daten bei der Anmeldung eines Nutzers leichter dessen Identität überprüfen. "Wenn der Nutzer bei der Schufa bekannt ist, kann man sich anmelden", erläuterte Neumann. Insgesamt könnten im kommenden Jahr mit "Schufa Business Line" Umsätze zwischen einer und drei Millionen Euro generiert werden, auf längere Sicht sollten bis zu zehn Millionen Euro jährlich möglich sein.

Mehr Transparenz

Mit dem neuen Internet-Angebot soll die Tätigkeit der Schufa transparenter werden. Jeder Verbraucher könne dann einfach feststellen, welche Informationen das Unternehmen über ihn sammelt. Grundsätzlich werde ein Darlehen eher erteilt, je mehr über den Antragsteller bekannt ist. "Erst durch unsere Existenz ist es möglich, dass Privatleute Kredite bekommen", betonte Neumann. Im vergangenen Jahr erfasste die Schufa Daten von 62 Millionen Menschen über 18 Jahre. Rund sieben Prozent davon weisen "Zahlungsstörungen" auf, zu denen als schwer wiegendstes Merkmal die Insolvenz zählt.

Pro Sekunde bearbeitet das Unternehmen mehr als drei Anfragen. Der Umsatz stieg 2003 um 14 Prozent auf 65 Millionen Euro. Mittelfristig soll ein Drittel davon mit speziellen Dienstleistungen und Software erzielt werden. Die Schufa beschäftigt in ihrer Zentrale in Wiesbaden sowie an 13 weiteren Standorten insgesamt 652 Mitarbeiter.

DPA
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