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VERSICHERUNG: Münchener Rück macht Verluste in Milliardenhöhe

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück ist auch im dritten Quartal vom Kursverfall an den internationalen Börsen hart getroffen worden.

Nach hohen Abschreibungen auf seine Wertpapierbestände wies das Unternehmen einen Fehlbetrag von 859 Millionen Euro aus. Im Vorquartal hatte das Unternehmen 383 Millionen Euro Verlust verzeichnet, im Zeitraum Juli bis Ende September 2001 waren es wegen der Anschläge des 11. September sogar 1,2 Milliarden Euro gewesen. Die Bruttobeiträge steigerte der Konzern, der mit seiner Tochter Ergo auch im Erstversicherungsgeschäft aktiv ist, im Berichtsquartal auf 9,163 (Vorjahr 8,771) Milliarden Euro.Von Januar bis September erhöhte das Unternehmen diese Einnahmen damit auf 29,611 (25,826) Milliarden Euro.

Milliardenabschreibungen auf Wertpapierbestände

Für die ersten neun Monate 2002 wies Münchener Rück insgesamt einen Überschuss von 3,239 Milliarden (Vorjahr 85 Millionen) Euro aus. Ein großer Teil dieses Gewinns stammt allerdings aus Aktienverkäufen in der ersten Jahreshälfte. Die Münchener Rück, die zu den größten institutionellen Investoren an den Weltbörsen zählt, musste nach eigenen Angaben 0,6 Milliarden Euro in der Rückversicherung und 2,1 Milliarden Euro in der Erstversicherung auf Wertpapierbestände abschreiben. Das führte zu einer Ergebnisbelastung von 1,1 Milliarden Euro allein im dritten Quartal. Das Eigenkapital, auf das sich solche Abschreibungen nach dem Bilanzierungsstandard IAS auswirken, ging dadurch um 2,7 Milliarden Euro auf 16,6 Milliarden Euro zurück.

Fortschritt im Kerngeschäft

Im Kerngeschäft Rückversicherung, wo das Unternehmen andere Versicherungsgesellschaften versichert, meldet das Unternehmen weitere Fortschritte. So sei es gelungen, Preise und Konditionen für die Rückversicherungskontrakte weiter zu verbessern. Die Schaden-Kosten-Quote, das Verhältnis der Schadenzahlungen und Verwaltungskosten zu den verdienten Prämien, habe im Quartal 114,1 Prozent betragen, wobei 11,3 Prozentpunkte auf die Überflutungen und andere Naturkatastrophen entfallen seien. Analyst Arne Jockusch vom Bankhaus Merck Finck hatte eine Quote von 111 Prozent inklusive Naturkatastrophen und von 100 Prozent ohne diese Ereignisse prognostiziert.

Trotzdem Dividende

Im Gesamtjahr 2002 erwartet die Münchener Rück einen Umsatzanstieg von etwa zehn Prozent auf rund 40 Milliarden Euro. »Weiterer erheblicher Wertberichtigungsbedarf2 auf Aktien und die schweren Stürme im Oktober wErden jedoch dafür sorgen, dass das Jahresergebnis auch ohne weitere Großschäden gegenüber dem Stand zum 30. September weiter zurückgehen wird. Das Unternehmen geht aber von einem Jahresüberschuss aus, der die Zahlung einer unveränderten Dividende von 1,25 Euro je Aktie erlauben soll.

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