Währung Euro steigt erstmals über 1,20 Dollar


Der Euro ist am Freitag erstmals in seinerGeschichte über die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar gestiegen. Zwischenzeitlich kletterte er bis auf 1,2015 Dollar.

Der Euro ist am Freitagmittag erstmals in seiner Geschichte über 1,20 Dollar gestiegen. Zwischenzeitlich kletterte er bis auf 1,2015 Dollar und kostete zuletzt 1,2002 Dollar. Am Vormittag war der Euro binnen weniger Stunden von 1,1940 auf knapp unter 1,20 Dollar gestiegen. Händler führten den Anstieg vor allem auf technische Faktoren und die anhaltende Dollarschwäche zurück. "Der Euro war reif für einen Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar", sagte ein Händler. In den vergangenen Tagen zeigte sich die europäische Gemeinschaftswährung trotz einer Reihe negativer Nachrichten wie dem Defizitstreit in der EU sowie positiver US-Konjunkturdaten äußerst stabil.

Zinsschritt Ungarns trieb den Euro an

Angesichts fehlender neuer Impulse durch relevante Konjunkturdaten und des dünnen Handels reichten Nachrichten wie die überraschende Leitzinserhöhung im EU-Beitrittsland Ungarn um 3,Prozentpunkte auf 12,5 Prozent aus, um den Euro nach oben zu treiben.

Alle setzen auf den Euro

Bei relativ dünnem Umsatz stellte die Gemeinschaftswährung mit 1,2015 Dollar ein Allzeithoch auf. Damit hat der Euro seit dem Morgen gut einen US-Cent an Wert gewonnen. Neue fundamentale Gründe für die Kursentwicklung nannten Händler nicht. Sie verwiesen auf technische Faktoren. So könnten schon kleinere Aufträge in einem dünnem Geschäft große Kurssprünge auslösen. "Und im Moment setzen alle auf den Euro und kaum jemand hält dagegen", erklärte ein Händler in Frankfurt.

Geringer Umsatz wegen Thanksgiving

Darüber hinaus sorgte nach Angaben von Händlern in London der Verfall von außerbörslich gehandelten Währungsoptionen für Druck auf die US-Währung. An den US-Börsen wird wegen des Feiertags am Vortag (Thanksgiving) am Freitag nur ein verkürzter Handel stattfinden, weshalb der Umsatz insgesamt an den internationalen Finanzmärkten als niedrig eingestuft wurde.

DPA

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