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Zulieferer: Börsengang von Siltronic läuft zäher an als erwartet

Die Anlegergemeinde ist gespalten: Während sich Privatanleger bislang eher zurückhielten, zeichneten vornehmlich institutionelle Anleger die Papiere des Chipzulieferers.

Es soll der erste Börsengang in Deutschland seit über einem Jahr sein - doch bislang läuft die Parkettpremiere des Chipzulieferers Siltronic zäher an als erwartet. "Das stellt sich doch etwas schwieriger dar, als sie sich das vorgestellt haben", urteilte Marc Raffelsiepen vom Wertpapierhändler Schwarz & Lang am Montag über den bisherigen Verlauf des vorbörslichen Handels.

Moderates Interesse bei Privatinvestoren

Der Börsengang der Münchner am 26. März scheint die Anlegergemeinde zu spalten: Während sich Privatanleger bislang eher zurückhielten, zeichneten vornehmlich institutionelle Anleger die Papiere des Chipzulieferers. Die Aktie von Siltronic wird derzeit im vorbörslichen Geschäft bei Lang & Schwarz zwischen 16,50 Euro und 16,70 Euro gehandelt - etwa im Mittel der relativ weiten Bookbuldingspanne zwischen 14,50 und 19 Euro. Den endgültigen Emissionspreis sieht Raffelsiepen derzeit bei etwa 15 Euro bis 15,50 Euro.

Der gescheiterte Börsengang des Erfurter Halbleiterherstellers X-Fab hat Siltronic den Gang aufs Parkett sicherlich nicht leichter gemacht, wie Raffelsiepen betonte. Wäre X-Fab, das ursprünglich in der vergangenen Woche als erstes deutsches Unternehmen seit November 2002 an die Börse gehen wollte, mit Erfolg gestartet, "würde auch Siltronic reibungsloser ablaufen". Die Erfurter hatten ihren Gang an die Börse wegen mangelnder Nachfrage kurzfristig absagt. Im Vorfeld war jedoch auch heftige Kritik an dem Börsenaspiranten laut geworden.

Besonders kritisch beäugt

Allerdings, so Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), spiele Siltronic allein von der Größenordnung her in einer anderen Liga. "Ein Schnäppchen ist es aber trotzdem nicht". Und auch das Risiko des sehr volatilen Marktes, auf dem sich Siltronic bewege, könnte Privatanleger abschrecken. Zudem befinde sich Siltronic derzeit im Tournaround und schreibe noch rote Zahlen. "Wir hatten für den ersten Börsengang ein Unternehmen gewünscht, dass schwarze Zahlen schreibt" und börsenreifer sei, so Kurz. Allerdings würden die Unternehmen nach der langen IPO-Pause in Deutschland auch sehr kritisch beäugt, räumte er ein.

Prinzipiell sei das Interesse an Aktien nach der Börsenflaute jedoch wieder erwacht, ist Kurz überzeugt. Nach den Terroranschlägen von Madrid hätten Markt und Nachfrage zwar wieder einen Dämpfer erfahren. "Der Hunger nach Aktien ist aber wieder da".

DPA
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