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Wohnung in Köln-Nippes: Nichts für Helikoptereltern – Nachbarn "auch schon mal mittags betrunken"

Jede Jeck es anders, dafür sind die Kölner berühmt. Der kölsche Humor zeigt sich nicht nur beim Karneval, sondern inzwischen auch auf dem Wohnungsmarkt, wo Mieter mit ganz speziellem Profil gesucht werden.

Rohbau der Wohnung

Noch im Rohbau: die Wohnung in Köln-Nippes

Wer in eine Wohnung sucht, merkt schnell, dass er tief in die Tasche greifen muss. Das gilt schon längst nicht mehr nur für das hübsche Belgische Viertel, in dem die schönsten Altbauten stehen. Andere Stadtteile haben nachgezogen, der Immobilienmarkt gibt's halt her: Die Nachfrage ist deutlich höher als das Angebot. Und dieses Ungleichgewicht sorgt für ein gewisses Selbstbewusstsein der Vermieter, die sich ihre Mieter handverlesen aussuchen können.

So hat etwa ein Wohnungsbesitzer ein Exposé seiner Neubauwohnung bei Immobilienscout24.de veröffentlicht, das nicht nur ein ganz eigenes Bild von dem Viertel zeichnet, in dem sich sein Schmuckstück befindet, sondern auch ein klares Profil der künftigen Mieter. Denn eins will er in seiner 110qm-Maisonette-Wohnung in Köln-Nippes nicht sehen: Helikoptereltern. Schließlich, so scheint es, wird auch er selbst einer der Nachbarn sein.

Alle sind willkommen (außer leider Haustierhalter), gerne an schlaue, nette Menschen

Ende Sommer, Anfang Herbst soll die Wohnung bezugsfertig sein, die in der Beschreibung so vorgestellt wird: Neubau-Maisonette mit Sichtbeton-Wänden und -Böden, 5m hohe Südfenster, 2 Terrassen, Sechzigviertel. Die 110 Quadratmeter verteilen sich auf zwei Ebenen und vier Zimmer plus Bad. Letzteres wird so beschrieben: sehr kleines Bad mit nur 2 m Höhe. Mietpreis: 1970 Euro Gesamtmiete plus 100 Euro für einen Autostellplatz im Hof. So kommt der Mieter auf mehr als 20 Euro pro Quadratmeter ohne Wasser und Strom. Nach wahrem Luxus klingt die Raumaufteilung dabei noch nicht: Die Schlafzimmer (niedrige Räume) sind zwischen 9,5 und 12 Quadratmeter groß und die zweite "Terrasse" bietet 4 Quadratmeter Platz.

Die Wunschmieter beschreibt der Besitzer durchaus humorvoll wie folgt: "WGs und ungewöhnliche Wohnkonstellationen sind genauso willkommen wie Standardfamilien." Schließlich sollen sich die Menschen in ihrer neuen Nachbarschaft gut einfügen, denn die ist speziell: "Rohe, herzliche, bunte Gegend, hier wird man auf jeden Fall auf der Straße zum nachbarschaftlichen Schwatz angesprochen, aber u. U. auch schon mal mittags betrunken. Für uns ist das genau richtig so, aber wer damit nicht umgehen kann oder will und für solche Nachbarschaftskontakte keine Geduld und Toleranz hat, ist hier falsch. Nichts für 'Helikoptereltern' oder Menschen, die sich total abschotten wollen."


Mieter gefunden?

Seit ein paar Minuten ist das Angebot deaktiviert. Wat fott es, es fott. Vermutlich ist man sich auf Mieter- und Vermieterseite einig geworden. Möglicherweise mit einem Weinchen zum Frühstück.



bal

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