VG-Wort Pixel

Baumängel Pfusch am Bau: Statt eines hübschen Häuschens bekam er eine Wackelbude für 240.000 Euro

Darren Harris bestellte ein hübsches Haus aus dem Katalog. Doch er bekam eine Ruine mit schiefen Wänden, bei der sich nicht einmal die Eingangstür öffnen ließ.

Darren Harris wollte sich ein neues Haus in Wales gönnen. Mit dem Bau beauftragte er eine der größten Baufirmen des Vereinigten Königreichs. Bei Persimmon Homes kann man die Gebäude in einem Katalog auswählen – dann wird das Gebäude exakt so, wie es bestellt wurde, geliefert und aufgestellt.

Der Vorteil: Das Haus wird schlüsselfertig übergeben. Der Kunde muss sich nicht mit dem Bau und verschiedenen Handwerkern herumärgern und vor allem gehen Probleme nicht zu seinen Lasten – das Haus wird zum Festpreis geliefert.

Das dachte Darren Harris zumindest. Jetzt hat er umgerechnet 240.000 Euro überwiesen und besitzt nur eine wacklige Ruine. In dem Häuschen hat er inzwischen 80 ernsthafte Mängel gefunden.

"Im Juni bekam ich die Schlüssel zu meinem Haus und wir fuhren runter zum Grundstück", sagte er zu "Wales Online". "Dann kamen die Nachbarn rüber und fragten mich, ob ich das Mauerwerk auf der Rückseite des Hauses gesehen hätte."

Sie hätten gekichert angesichts der bösen Überraschung, die ihn erwartet hatte. Die ganze Rückseite ist wellig, die Wand nicht plan.

Schon dies ist ein ernsthafter Mangel. Anders als schlampig verlegter Rollrasen kann man die Wand nachträglich kaum glätten. Dazu müsste die obere Schicht an Verblendern abgetragen und die Wand darunter mit einer Nivelliermasse geglättet werden. Außerdem sieht man, dass die Wand nicht von gelernten Mauern errichtet wurde.

Der 53-Jährige war schockiert. "Ich weiß alles über Mauerwerk. Ich bin selbst Bauunternehmer und leite seit 36 Jahren mein eigenes Unternehmen", sagte der Bauingenieur. Offenbar war es ein schwerer Fehler, nicht während des Baus einmal nach dem Rechten zu sehen.

Aber das war nur der Anfang. Der nächste Schock folgte: Die Eingangstür ließ sich nicht öffnen. Erst als ein Mann von Persimmon die Tür mit einem Hebel hochdrückte, gab das Tor nach. Der Türrahmen war nicht im rechten Winkel montiert.

Eigentlich wollte Harris das Haus mit guter Lage vermieten, danach sieht es erst mal nicht aus. Die schöne Aussicht des Grundstücks besteht weiterhin, das war es aber auch.

Rettungslos verpfuscht

"Alles ist ganz entsetzlich zusammen geschustert worden - die Verarbeitung ist einfach nur schäbig. Abgesehen von dem schlechten Mauerwerk haben wir festgestellt, dass die Pflastersteine direkt auf Schutt und Erde verlegt wurden, ohne Grundierung darunter", sagte er.

"Der Boden im Garten ist nicht eben, die Kanaldeckel ragen aus dem Boden und die Abflüsse wurden an der falschen Stelle angelegt, sodass das Wasser direkt an ihnen vorbeifließt", sagt er weiter. "Als ich dort war, beobachtete ich einen Arbeiter, der einige Platten verlegte, und ich konnte sehen, dass er alles falsch machte. Ich bin von Beruf Maurer, also war mir klar, dass es keine Fundamente unter dem Pflaster gab."

Auf den Fotos, die er in einer Facebook Gruppe von Geschädigten (Persimmons - Unhappy Customers) veröffentlichte, sieht es tatsächlich so aus, als hätte man lediglich etwas Rasen abgetragen und die Platten dann direkt auf dem Erdreich verlegt. Kein Wunder, dass die Wege schief und krumm sind.

"Selbst die Dachrinne ist völlig falsch, und das nicht nur auf meinem Grundstück." Die Rinnen sind zu kurz, sagt Harris. Sie erreichen nicht die Abflüsse, also fließt das Wasser bei Regen an den Seiten wie bei einem Wasserfall herunter.

Käufer klagt gegen Baufirma

Die Versuche der Firma, die Mängel zu beseitigen, waren wenig erfolgreich. "Sie schickten mir einen jungen Mann vorbei - der konnte nur 20 Jahre alt sein. Er verbrachte einen halben Tag damit, Türen aus - und wiedereinzubauen. Dadurch wurde alles und noch schlimmer."

Harris beauftragte schließlich andere Firmen mit den Arbeiten und verklagt nun den Baukonzern.

Ein Sprecher von Persimmon Homes West Wales sagte zu "Wales Online": "Wir sind uns der Bedenken von Herrn Harris bewusst und arbeiten daran, zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen.

Kra

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker