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Immobilienfinanzierung: Wie Sie beim Hauskauf 70.000 Euro sparen - nur bei den Zinsen

Die Zinsen sind allgemein niedrig, die Unterschiede bei Kreditangeboten dennoch enorm. "Finanztest" zeigt anhand von Modellfällen, welche Summen sich mit dem richtigen Anbieter sparen lassen.

Zinsangebote vergleichen ist für Hausbauer ein Muss

Zinsangebote vergleichen ist für Hausbauer ein Muss

Getty Images

Das Zinsniveau ist historisch niedrig, daher erscheint vielen ein Immobilienkauf trotz teils enorm gestiegener Preise immer noch attraktiv. Wer aber nun denkt, bei so günstigen Zinsen könne man sich ein ausführliches Vergleichen der Angebote sparen, liegt falsch. Denn der Unterschied zwischen günstig und sehr günstig kann immer noch leicht mehrere Zehntausend Euro Zinsersparnis ausmachen.

Wie viel sich mit einem ausführlichen Vergleich sparen lässt, zeigt die Zeitschrift "Finanztest" anhand von konkreten Modellrechnungen. Im ersten Beispielfall soll ein Kredit über 450.000 Euro aufgenommen werden, um ein Haus zum Preis von 500.000 Euro zu finanzieren. Der Rest kommt aus Eigenmitteln.

Für den Modellfall wurden Angebote mit 15 Jahren Zinsbindung, 2,5 Prozent Tilgung und flexibler Rückzahlung (Tilgung darf zweimal gewechselt werden, Sondertilgungsrecht 5 Prozent pro Jahr) eingeholt. Der angebotene Effektivzins reichte von 1,50 bis 2,66 Prozent. Der Zinsunterschied hat enorme Auswirkungen: Beim günstigsten Anbieter zahlt der Kunde Zinsen von rund 71.000 Euro, beim teuersten sind es rund 139.000 Euro – eine Ersparnis von fast 70.000 Euro an Zinszahlungen.

Teure Kredite kosten doppelt so viel wie günstige

Auch bei kleineren Kreditsummen ergeben sich Unterschiede von Zehntausenden Euro. In einem anderen Beispielfall sollte eine Immobilie zum Preis von 300.000 Euro gekauft und der dafür benötigte Kredit über 240.000 Euro innerhalb von 20 Jahren abbezahlt werden (Volltilgerdarlehen). Die Angebote lagen zwischen 1,26 und 2,53 Prozent Effektivzins. Über die gesamte Laufzeit zahlt man beim günstigsten Anbieter somit rund 31.000 Euro Zinsen, beim teuersten dagegen fast 65.000 Euro.

Der gleiche Modellfall mit einem Volltilgerdarlehen über 25 Jahre (statt 20 Jahre) führt zu noch krasseren Differenzen. Die Effektivzinsangebote schwanken zwischen 1,31 und 2,70 Prozent, was über die Laufzeit zu Zinszahlungen zwischen unter 41.000 Euro und über 88.000 Euro führt.

Fazit der "Finanztest"-Experten: Doppelt vergleichen hält besser und spart Tausende Euro. "Am besten ist es für Kreditnehmer, wenn sie sich Angebote von mindestens zwei Vermittlern, von Banken in ihrer Region und von ihrer Hausbank einholen und vergleichen."

Den kompletten Test finden Sie gegen Gebühr unter www.test.de 

Kredit, Zinsen, Tilgung: Verschuldet durch das Eigenheim: Sind Sie gefährdet?
Eigenkapital

Wer eine Immobilie erwerben möchte, bekommt inzwischen auch Kreditangebote ohne Eigenkapital. Und sollte trotzdem die Finger davon lassen, da sich bei einer Vollfinanzierung die Finanzierungskosten deutlich erhöhen. Der Rat der Stiftung Warentest dazu: "Für eine solide Finanzierung sollten Sie sämtliche Neben­kosten und zusätzlich mindestens 10 bis 20 Prozent des Kauf­preises aus eigenen Mitteln bestreiten können. Je mehr Sie einsetzen, desto besser. Behalten Sie aber eine Sicher­heits­reserve von zum Beispiel drei Netto­monats­gehältern."

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bak
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