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Streit um Eigentumsrechte: Vertreibt Zuckerberg die Hawaiianer? Nichts als Ärger mit dem Traum-Grundstück

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat sich ein 100-Millionen-Grundstück auf Hawaii gegönnt. Nun will er noch die Einheimischen auszahlen, die Erbrechte an Teilen des Landes besitzen. Den Ärger darüber kann der Milliardär nicht nachvollziehen.

Mark Zuckerberg Hawaii

Mark Zuckerbergs Ferienparadies auf der Hawaii-Insel Kauai

Es ist ein Stück Paradies, das Mark Zuckerberg sich in Hawaii gekauft hat. Für rund 100 Millionen Dollar erwarb der Facebook-Chef vor zwei Jahren ein riesiges Grundstück an der Nordküste der Hawaii-Insel Kauai. 2,8 Quadratkilometer groß, 800 Meter Privatstrand, was man eben so braucht, um sich vom stressigen Silicon Valley zu erholen. Doch das Feriendomizil macht Zuckerberg seitdem mehr Ärger, als er sich das wohl gedacht hat. Denn der Milliardär wird nicht von allen Hawaiianern mit offenen Armen empfangen.

So verärgerte der Facebook-Chef, dessen Mantra "Making the World more open and connected" lautet, gleich zu Beginn die neue Nachbarschaft, in dem er eine 1,80 Meter hohe Mauer um sein Grundstück  zog. Zuckerbergs Privatsphäre-Schutzwall verschandele die Landschaft und verperre die Sicht, klagten Anwohner.

Nun stehen Zuckerbergs Hawaii-Aktivitäten erneut in der Kritik. Denn der 32-Jährige hat am 30. Dezember vor einem Gericht auf Hawaii einen Antrag eingereicht, mit dem er Einheimische zwingen wolle, Land zu verkaufen, das seit Generationen in ihrem Besitz sei, empörte sich der örtliche "Honolulu Star Adviser" in einem Artikel von dieser Woche, der von vielen großen Medien aufgegriffen wurde. Zuckerberg hat dem Vorwurf entschieden widersprochen, doch die Situation ist zumindest kompliziert.

Hawaiianische Eigenheiten des Grundstücksrechts

Hintergrund ist das spezielle Liegenschaftsrecht auf Hawaii, das privaten Landbesitz erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts kennt. Ein Gesetzesakt regelte damals die Eigentumsrechte der Ureinwohner an ihrem Land. Die Eigentumsrechte an einem Stück Land vererben sich seitdem an jeweils alle Familien-Nachkommen weiter, sodass über die Generationen viele kleine Parzellen mit komplizierten Eigentumsverhältnissen entstanden sind. 14 Parzellen befinden sich auch auf Zuckerbergs Traum-Grundstück. Diese sind zwar weder bewohnt noch bewirtschaftet, doch könnten die Besitzer theoretisch jederzeit entscheiden, ihre kleine Landinsel im Zuckerberg'schen Großgrundbesitz besuchen zu wollen. Und dann müsste Zuckerberg ihnen erlauben, über sein Grundstück zu laufen.

Um das zu verhindern, hat Zuckerberg laut "Honolulu Star Advertiser" vor Gericht den Antrag gestellt, dass diese Fleckchen Erde an den Meistbietenden zwangsverkauft werden. Dieser juristische Akt namens "quiet title and partiton" sei in Hawaii nicht unüblich. Dennoch sei es erschreckend, dass Menschen gezwungen würden, Land zu verkaufen, das seit Generationen in ihrem Besitz sei, schreibt die Zeitung. Vor allem wenn der sechstreichste Mann der Welt dahinterstehe. Die Landverkäufe seien ein Problem für die Hawaiianischen Ureinwohner, weil die Verbindung der Familie zum Land der Vorfahren gekappt werde.

Zuckerberg weist die Vorwürfe zurück

Mark Zuckerberg reagierte auf den Vorwurf, er betreibe eine Art Landraub mit dem Scheckbuch, mit Unverständnis. In einem Facebook-Post vom Donnerstag erklärt er, er habe mit jedem Mehrheitseigner der Grundstücke einen fairen Deal geschlossen. Die jüngsten juristischen Schritte habe er allein deshalb eingeleitet, damit auch alle Minderheiteneigentümer, die das Hawaiianische Landerbrecht geschaffen hat, ihren fairen Anteil bekommen würden.

Viele dieser mittlerweile Hunderte von Nachkommen wüssten wahrscheinlich noch nicht einmal, dass sie einen kleinen Teil eines kleinen Stückchens Land besäßen. Die meisten dieser Leute würden nun Geld bekommen für etwas, von dem sie noch nicht einmal wussten, dass sie es besaßen, erklärt der Facebook-Chef. "Niemand wird von seinem Land vertrieben", stellt Zuckerberg klar. "Wir lieben Hawaii und wollen gute Mitglieder der Gemeinschaft sein und die Umwelt bewahren."

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