Ohne Eigenheimzulage Die eigenen vier Wände bleiben günstig


Die Eigenheimzulage wird seit Anfang 2006 nicht mehr neu gewährt. Doch auch nach deren Abschaffung ist die Lage für potentielle Eigenheimbesitzer nicht hoffnungslos: Die Preise sinken - besonders bei Gebrauchtimmobilien.

Wer die staatliche Förderung bereits erhält oder vor dem Stichtag 1. Januar 2006 die Voraussetzungen für den Erhalt erfüllt, für den ändert sich nichts. Aber auch diejenigen, die zwar den Bau oder die Anschaffung der eigenen vier Wände planen, sich aber nicht überstürzt zu einer Kaufentscheidung drängen lassen wollen, sollten sich nicht zu sehr grämen. Experten gehen davon aus, dass der Wegfall der Eigenheimzulage dem Immobilienmarkt sinkende Preise beschert. Dann wird die wegbrechende Förderung durch eine deutlich niedrigere Kaufsumme wieder aufgefangen. Bereits jetzt sind die Immobilienpreise in Deutschland im europäischen Vergleich niedrig. Der Markt wird nach Angaben der LBS zurzeit von Gebrauchtimmobilien dominiert. So ist ein Einfamilienhaus aus dem Bestand im Bundesdurchschnitt mit 150.000 Euro um 25 Prozent günstiger als der Neubau mit 200.000 Euro. Gebrauchtes Wohneigentum auf der Etage ist mit weniger als 100.000 Euro sogar rund 45 Prozent preiswerter als neu gebaute Eigentumswohnungen, die im Durchschnitt rund 180.000 Euro kosten.

Zinsen bleiben günstig

Dazu kommt das weiterhin günstige Zinsumfeld. Die Konditionen für Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren (rund vier Prozent) sind im historischen Vergleich weiterhin niedrig. Experten wie Interhyp-Vorstand Robert Haselsteiner raten daher dazu, Hypothekendarlehen mit langen Zinsbindungen abzusichern. Aus der Sicht des Online-Kreditvermittlers bietet die Kombination aus niedrigen Immobilienpreisen in fast allen Regionen Deutschlands und tiefen Bauzinsen ein einmaliges Umfeld.

Das aktuelle Zinsniveau lässt Haselsteiner zufolge auch die alte Regel, nach der Käufer mindestens 30 Prozent Eigenkapital in die Finanzierung einbringen sollten, nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Deshalb sollten sich gerade junge Käufer lange Ansparphasen über Bausparprodukte mit niedrigen Ansparzinsen sparen und direkt als Käufer auftreten. "Wer sich 800 Euro Miete leisten kann, kann auch 160.000 Euro Darlehen inklusive zwei Prozent Tilgung bedienen", sagt Haselsteiner.

Andere Förderungen nutzen

Verbraucherschützer wie die Experten von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen raten Bauwilligen, nach dem Wegfall der Eigenheimzulage verstärkt nach anderen Fördermöglichkeiten zu suchen. So vergibt die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zinsgünstige Kredite. Diese Darlehen sind mindestens ein Jahr tilgungsfrei. Darüber hinaus gibt es auch öffentliche Förderprogramme in den einzelnen Bundesländern. Eigenheimerwerber sollten sich jedoch frühzeitig über ihre Förderaussichten informieren und rasch einen Antrag stellen, bevor mögliche Fördertöpfe leer sind.

Einen guten Überblick über die aktuelle Fördersituation erhalten Interessenten unter der Internet-Adresse www.baufoerderer.de. Die Seite bietet allgemeine Informationen über die jeweiligen Richtlinien der Bundesländerförderung sowie das KfW-Wohneigentumsprogramm und weitere Förderprogramme der KfW. Und ein Trostpflaster gibt es auch noch: Als Ausgleich für den Wegfall der Eigenheimzulage hat die schwarz-rote Koalition bereits angekündigt, selbstgenutztes Wohneigentum ab 1. Januar 2007 besser in die geförderte private Altersvorsorge zu integrieren.

Michael Wojtek/DDP DDP

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