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arbeiten-ausland: Arbeiten in den USA

Um sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten seinen persönlichen American Dream erfüllen zu können, bedarf es eines Visums oder am besten gleich der Green-Card. Mit Glück kann man diese in der jährlichen Lotterie gewinnen.

Arbeitserlaubnis: Eine Arbeitsaufnahme in den USA ist nur mit einer Erlaubnis in Form eines Arbeitsvisums möglich. Um dieses zu erhalten, muss bereits ein Arbeitgeber in den Vereinigten Staaten gefunden worden sein. Dieser muss in den USA eine Petition auf eine Arbeitsgenehmigung für den zukünftigen Arbeitnehmer einreichen. Erst wenn die Bestätigung dieser Genehmigung vorliegt, kann ein Visumsantrag gestellt werden. Das Formular (OF-156) lässt sich im Internet herunterladen. Neben dem ausgefüllten und unterschriebenen Antrag sind folgende Dokumente für das Erstellen eines Visums erforderlich: Reisepass, ein aktuelles Farbfoto, ein Beleg der bezahlten Bearbeitungsgebühr und Unterlagen, die über den Zweck der Reise sowie die Absicht, nach einem bestimmten Zeitraum die USA wieder zu verlassen, Auskunft geben.

Arbeitsvertrag: Mehrseitige Arbeitsverträge, wie sie in Deutschland üblich sind, gibt es in den USA nicht. Dort kommt man mit einer Seite, dem sogenannten »letter of intend« aus. Außer den Personalien sind Informationen über die Aufgaben, das Gehalt, den Eintrittstermin sowie den Urlaubsanspruch zu finden.

Arbeitszeit: Üblich sind 40 Stunden pro Woche. Überstunden, gerade in gehobenen Positionen, werden erwartet.

Aufenthaltsgenehmigung: Auf der sicheren Seite ist, wer eine Green Card besitzt. Sie beschert einem unbegrenztes Aufenthaltsrecht sowie eine unbefristete Arbeitserlaubnis in den USA. Jährlich verlosen die USA im Rahmen der »Green Card Lottery« 55.000 dieser Dokumente an Bürger jener Länder, aus denen eine geringe Anzahl von Einwanderern in die USA kommt. Teilnahmevoraussetzung ist entweder eine zwölfjährige Schulbildung oder zwei Jahre Berufserfahrung in den letzten fünf Jahren. Die Bewerbungsfrist für das aktuelle Losverfahren läuft noch bis zum 1. November 2000, 12 Uhr. Die Unterlagen müssen an das Kentucky Consular Center geschickt werden. Wer auf anderem Wege eine Green Card bekommen möchte, braucht einen Arbeitgeber als Fürsprecher. Dieser muss glaubhaft machen können, dass die Stelle nicht mit einem US-Amerikaner besetzt werden kann. Ein derartiges kostenpflichtiges Nachweisverfahren beim US Department of Labor kann sich über Jahre hinziehen. In den Besitz einer Green Card können außerdem Verwandte ersten Grades eines US-Bürgers oder eines Bürgers mit Green Card kommen.

Gehalt: Die Lebenshaltungskosten sind regional sehr verschieden. Große Unterschiede gibt es auch bei den Gehältern, im Allgemeinen liegen sie aber niedriger als in Deutschland. Zu berücksichtigen ist jedoch die größere Kaufkraft. Außerdem ist die Steuerlast geringer, und die Aufstiegschancen sind oftmals besser, bzw. ein Aufstieg ist schneller möglich. Ein 13. Monatsgehalt ist in den USA nicht üblich. Vom Gehalt einbehalten werden Bundessteuern, Steuern der Einzelstaaten, kommunale Steuern und ein Sozialversicherungsbeitrag.

Soziale Absicherung: Wer in den USA arbeitet, unterliegt grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht. Ein Sozialversicherungsbeitrag wird vom Gehalt einbehalten. Damit abgedeckt sind Arbeitsunfähigkeit, Ruhestand oder Tod. Ein staatliches Krankenversicherungssystem gibt es nur für bestimmte Berufsgruppen. Wer sich privat versichert, zahlt viel. Unter Umständen sind Arbeitgeber bereit, sich an der Versicherung zu beteiligen. Das staatliche Gesundheitswesen umfasst Medicare, ein Seniorenprogramm der Krankenversicherung, und Medicaid, ein Hilfsprogramm für Arme. Die Regierungen auf Bundes- und Staatsebene finanzieren ferner Arbeitsbeschaffungs- und sonstige Programme der Arbeitslosenversicherung.

Urlaub: Der Urlaubsanspruch beläuft sich auf zehn Tage im Jahr. Hinzu kommen zwei bis acht »personal days«. Da es keine gesetzliche Regelung gibt, ist der Urlaub letztlich Verhandlungssache. Der US-amerikanische Kalender sieht elf Feiertage vor, je nach Region können noch mehr hinzu kommen.

Visum: Eine Einreise in die USA zu Geschäftsreisen oder Urlaub ist ohne Visum möglich, wenn der Aufenthalt nicht länger als 90 Tage dauern soll. Diese Visumsfreiheit gilt für alle EU- bzw. EWR-Staaten. Wer in den USA arbeiten möchte, braucht auf jeden Fall ein Arbeitsvisum, unabhängig von der Dauer des Arbeitsaufenthalts.

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