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Informationsüberflutung: Manager müssen mehr nachdenken

Zu viel Informationen und fertige modische Lösungskonzepte können für Manager auch zu einem Defizit werden. Außerdem nehmen sie sich zu wenig Zeit zum Denken.

Zu viel Informationen und fertige modische Lösungskonzepte können für Manager auch zu einem Defizit werden. Nach Darstellung des Unternehmensberaters Hermann Simon lassen sich Manager zu sehr von Informationen überfluten und nehmen sich zu wenig Zeit zum Denken. Die Manager müssten die Alltagshektik und auch den Glauben an starre Managementmethoden abschütteln, erläutert Simon. Gründliches Denken setze voraus, dass man sich auch "aktiv abschottet" und die Zeit nehme, "auch einfache Fragen zu stellen".

Der Chef der Bonner Beratungsgesellschaft Simon, Kucher & Partners sieht vor allem die moderne Informationstechnologie sowie die Globalisierung als Treiber der Informationsüberflutung. "Überall und zu jeder Zeit verfolgen Informationen den Manager, der so keine Ruhe mehr findet." Ebenso seien ständig neue Managementmoden "Erzfeinde nüchternen Denkens".

Manager sollten sich hüten, solche Empfehlungen von "Management-Gurus" vorschnell auf das eigene Unternehmen zu übertragen, schreibt Simon in seinem neuen Buch "Think". Viel wichtiger sei es, die Ursachen hinter einer Entwicklung zu verstehen. Zu populären Konzepten, die allzu rasch übernommen würden, aber in die Irre leiten könnten, zählten etwa das Konzept der "Kundenbindung", das "Outsourcing", das möglicherweise Kernkompetenzen gefährde oder die angebliche Attraktivität von bestimmten Märkten.