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125 Milliarden Mehreinnahmen: Geldsegen für die Staatskasse

Gute Nachricht fürs gebeutelte Staatssäckel: Bis 2014 werden die Steuereinnahmen deutlich höher ausfallen als gedacht: 125 Milliarden Euro sollen zusätzlich in die Kassen fließen, Experten aber warnen bereits vor zuviel Euphorie.

Die brummende Konjunktur wird die Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden in einem bisher nicht erwarteten Ausmaß füllen. Nach Berechnungen des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), die der "Berliner Zeitung" vorliegen, dürfte der Staat bis 2014 insgesamt rund 125 Milliarden Euro mehr einnehmen als zuletzt geschätzt.

Den IMK-Berechnungen zufolge werden die Steuereinnahmen in diesem Jahr rund 14 Milliarden Euro höher sein als noch im vergangenen November gedacht. 2012 steigt das Plus demnach auf fast 17 Milliarden Euro. 2013 werden es dann knapp 47 und 2014 rund 48 Milliarden Euro mehr sein als bisher prognostiziert. Auf den Bund entfällt demnach rund die Hälfte der Zusatzeinnahmen.

36-Milliarden-Euro-Plus für 2011 und 2012

Nach Informationen des Blattes deckt sich diese Prognose mit den Annahmen des Bundesfinanzministeriums. Die offizielle Steuerschätzung wird Mitte Mai vorgelegt.

Aus dem Kreis der Steuerschätzer war bereits zuvor verlautet, dass Bund, Länder und Kommunen in diesem und im nächsten Jahr auf Mehreinnahmen von bis zu 36 Milliarden Euro hoffen können. Im laufenden Jahr könnte der Staat diesen Schätzungen zufolge zwischen 14 und 18 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen einstreichen und 2012 zwischen 13 und 18 Milliarden.

Keine Fünf-Jahres-Phase ohne Abschwung

Die IMK-Experten warnen trotz der positiven Zahlen vor Euphorie. So gebe es erhebliche Risiken für die Wirtschaft, etwa die steigenden Preise für Energie und Rohstoffe, die ungelöste Euro-Krise und mögliche vorschnelle Zinsanhebungen durch die Europäische Zentralbank. "Es sollte nicht vergessen werden, dass es in den vergangenen 20 Jahren für die deutsche Wirtschaft keine Fünf-Jahres-Phase gegeben hat, in der es zu keinem kräftigen Konjunkturabschwung kam", stellen die Forscher fest. Deshalb lehnen sie es strikt ab, die vermeintlichen Spielräume für Steuersenkungen zu nutzen.

nik/DPA / DPA