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ABSCHIED: Kogel verlässt den Kirch-Konzern

Nach 13 Jahren wird KirchMedia-Manager Fred Kogel den insolventen Konzern zum Jahresende verlassen. Der Manager, zuletzt für den Einkauf und das Programm zuständig, will sich neuen Aufgaben zuwenden.

»Nachdem ich die wichtigsten Verhandlungen mit den gesamten Lizenzpartnern bis Weihnachten abgeschlossen haben werde, will ich mich im kommenden Jahr neuen Aufgaben zuwenden«, sagte Kogel heute der Nachrichtenagentur AP.

Der 41-Jährige, der zuletzt im Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media AG für Einkauf und Programm zuständig war, will der Geschäftsführung aber weiter in einer beratenden Funktion zur Verfügung stehen, wenn dies gewünscht werde. Zu seinen weiteren Plänen wolle er sich erst im neuen Jahr äußern, sagte Kogel.

Das Nachrichtenmagazin »Der Spiegel« zitierte einen nicht näher genannten Vertrauten mit den Worten, der 41-Jährige sei nach einem Jahr Insolvenz-Management einfach ausgebrannt. Zuletzt hatte Kogel die Verträge mit den Hollywood-Studios neu verhandelt. Kürzlich kam es zum Abschluss mit Disney, die Verträge mit Paramount und Columbia stehen dem Magazin zufolge kurz vor der Unterzeichnung und wurden bereits im Kirch-Gläubigerausschuss vorgestellt.

Ob Kogel auch aus der von ihm aufgebauten Show-Schmiede KirchMedia Entertainment aussteigt, an der er 26 Prozent der Anteile hält, ist laut »Spiegel« noch nicht entschieden. Insider hielten es für wahrscheinlich, dass Kogel versuche, das Unternehmen aus der Masse herauszukaufen und weiterzuführen.

Bis Mitte Dezember will der Heinrich-Bauer-Verlag zusammen mit der HypoVereinsbank als Juniorpartner den Kern der insolventen KirchMedia übernehmen. Die HypoVereinsbank soll zehn Prozent an der Dachgesellschaft halten, die dann 52 Prozent der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 sowie 100 Prozent an der größten Filmbibliothek Europas besitzt. Als Kaufpreis wurden annähernd zwei Milliarden Euro benannt.