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Meinung

"Queen of Drags": Heidi Klum moderiert neue deutsche Drag-Show – das ist eine Beleidigung für Fans!

In den USA sind Drag Queens schon lange in der Prime Time angekommen. "RuPaul's Drag Race" befindet sich inzwischen in der 11. Staffel. Nun soll das Format auch nach Deutschland kommen, in Form von "Queen of Drags" – und moderiert von Heidi Klum. Für Fans ist das leider ein Schlag ins Gesicht.

Heidi Klum

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich zum allerersten Mal "RuPaul's Drag Race" gesehen habe. Es war nachts und ich lag leicht angetrunken mit meinem Laptop im Bett. Beinahe aus Versehen klickte ich auf die Show, die mir da bei einem einschlägigen Streaming-Dienst angeboten wurde. Etwa zwei Minuten lang war ich extrem irritiert – und dann so begeistert wie selten zuvor. Denn die Sendung ist laut, bunt, unverfroren und eine riesige Feier aller, die sich in der Gesellschaft schon mal "anders" oder "zu viel" gefühlt haben.

Das Konzept: Etwa 15 Drag Queens kämpfen in wöchentlichen Challenges um den Titel "America's Next Drag Superstar". Moderiert wird das ganze von Drag-Legende RuPaul Charles, die jede Sendung mit dem Satz "Wenn du dich nicht selbst lieben kann, wie zur Hölle willst du dann jemand anderes lieben?" beendet. In einem Interview 2017 bezeichnete er Drag als "sehr, sehr politisch": "Drag sagt: Ich bin ein Formwandler und tue, was auch immer ich will, wann immer ich will."

Eigentlich also sollte ich vor Freude im Quadrat springen, weil ProSieben gerade verkündet hat, dass es nach Jahren der brodelnden Gerüchteküche auch in Deutschland bald eine ähnliche Sendung geben wird. Eigentlich. 

Denn während ich es toll finde, dass das deutsche Fernsehen sich endlich mal was traut und queeren Themen eine Bühne bieten will, gibt es ein riesiges Problem: Model-Mama Heidi Klum soll die ganze Nummer moderieren.

Nichts gegen Heidi Klum – aber in dieser Sendung hat sie nichts zu suchen

Zunächst einmal: Nichts gegen Heidi Klum. Wirklich nicht. Die Frau ist super, wunderschön, eine sehr erfolgreiche Geschäftsfrau, setzt sich seit Jahren für queere Themen ein, nimmt ihre Kinder mit auf Pride-Paraden – finde ich alles wirklich spitze. Aber: Für diese Sendung ist sie aus unfassbar vielen Gründen die völlig falsche Wahl und in gewisser Weise eine echte Beleidigung für Fans des Original-Formats. Heidi Klum ist keine Drag Queen. Heidi Klum ist kein Teil der LGBTQ-Community. Heidi Klum ist eine privilegierte, heterosexuelle, weiße Cisgender-Frau. Bin ich auch. Weshalb es mir niemals einfallen würde, die Rolle einer deutschen RuPaul einnehmen zu wollen.

Heidi Klum

Gerüchten zufolge sollen in der Vergangenheit bereits Olivia Jones und Conchita Wurst – die jetzt neben Heidi und Bill Kaulitz in der Jury sitzen wird – angefragt worden sein und abgelehnt haben. Aber anstatt sich ein bisschen in der durchaus großen queeren Szene in Deutschland umzuschauen und vielleicht einer weitestgehend unbekannten Dragqueen die Möglichkeit zu geben, diese Sendung mit viel Herz zu dem Kult zu machen, der Drag Race schon seit Jahren ist, entschied man sich, für die vermeintlich sichere Variante: Heidi. 

Das Privatfernsehen hat ja sowieso null Interesse daran, queere Menschen in ihrer ganzen Vielfalt adäquat darzustellen

Statt also eine Sendung von der LGBTQ-Community für die LGBTQ-Community – und den Rest der Welt – zu machen, können die Dragqueens nun genau so dargestellt werden, wie der geneigte Primetime-ProSieben-Gucker seine queeren Mitmenschen gerne sieht: als Attraktion. "Siegessäule"-Kolumnistin Jurassica Parka formulierte es vor Kurzem in einem Artikel sehr treffend: "Das Privatfernsehen hat ja sowieso null Interesse daran, queere Menschen in ihrer ganzen Vielfalt adäquat darzustellen. Es existiert nur der schrille, schwule Paradiesvogel."

In einer Pressemitteilung des Senders sagte Klum, sie "liebe und bewundere die Drag-Kunst seit Jahren. Deswegen freue ich mich, dieser Kunst und ihren eindrucksvollen Protagonisten in einer neuen ProSieben-Show zum ersten Mal im deutschen Fernsehen eine Bühne zu geben." Das ist lobenswert und gut gemeint und doch schießt es meilenweit am Ziel vorbei. Drag Race lebt von der Community, sowohl der, die zuschaut, als auch der, die im Fernsehen zu sehen ist. Und auch wenn Bill Kaulitz und Conchita Wurst in der Jury eine gute Wahl waren, wird es "Queen of Drags" sehr, sehr schwer haben, zu beweisen, dass sie mehr als nur eine verweichlichte Geldmachmaschine ist.

ProSieben will sich das Format selbst ausgedacht haben

Übrigens: Offiziell behauptet man bei ProSieben, sich das Format selbst ausgedacht zu haben. Noch vor wenigen Wochen hatte man uns auf Anfrage bei ProSieben wortwörtlich gesagt: "ProSieben arbeitet nicht an einer deutschen Version von 'RuPaul's Drag Race'." Und auch im "DWDL"-Interview sagte ProSieben-Chef Daniel Rosemann: "In der vorletzten Staffel #GNTM haben unsere Zuschauer die Drag-Folge sehr gefeiert. Deswegen haben wir jetzt mit der ProSiebenSat.1 Produktionsfirma Red Seven eine eigene Show entwickelt." Mhm. Ist klar. Dass die Drag Queens, die in den "Germany's Next Topmodel"-Folgen auftauchten allesamt ehemalige RuPaul-Kandidatinnen waren, ist dann wohl auch purer Zufall.

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Quellen: "Siegessäule" / "DWDL" / "ProSieben"-Pressemitteilung / "Huffington Post"

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(