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Ängste: Terror berechtigt zur Reisestornierung

Beruhigung für ängstliche Gemüter: Höhere Gewalt berechtigt zu einer außerordentlichen Kündigung des Vertrages, dazu zählt auch ein Terroranschlag.

Terroranschläge wie die am 12. Oktober auf der indonesischen Insel Bali berechtigen Reisende und Reiseveranstalter zur Stornierung einer Reise wegen höherer Gewalt. Die Verbraucherzentrale Berlin weist darauf hin, dass Kunden den bereits gezahlten Reisepreis in diesem Fall vom Veranstalter zurückverlangen können.

Mehrkosten zurückverlangen

Wer seine Reise wegen eines Terroraktes abbricht, kann außerdem eventuell auftretende Mehrkosten für die Rückbeförderung bei dem Reiseveranstalter geltend machen. Auch nicht mehr in Anspruch genommene Leistungen wie eine Rundreise müssten dann erstattet werden. Für bereits erbrachte Leistungen erhalte der Reisende jedoch kein Geld zurück.

Alternativangebot nicht unbedingt akzeptieren

Können oder wollen Urlauber eine Reise wegen höherer Gewalt nicht antreten, so müssen sie Alternativangebote ihres Veranstalters nicht unbedingt annehmen. Vielmehr können sie auf einen finanziellen Ausgleich bestehen. Darauf weist die Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig hin.

Darf kein Krisenherd gewesen sein

Als höhere Gewalt gelten im Tourismus politische Unruhen, Kriege, Naturkatastrophen oder Epidemien am Zielort. Reisen können aus diesen Gründen sowohl vom Urlauber als auch vom Veranstalter gekündigt werden. Voraussetzung für eine Rückerstattung der Reisekosten wegen höherer Gewalt ist, dass das Zielgebiet nicht schon seit längerem als Krisenherd bekannt ist. Vereinzelte Anschläge oder Drohungen reichten allerdings ebenfalls nicht aus.

Auch spätere Kündigung möglich

Die Kündigung eines Reisevertrages wegen höherer Gewalt ist den Verbraucherschützern zufolge auch dann möglich, wenn der Urlaub bereits angetreten wurde. Die Touristen bekommen dann allerdings nur den Preis für die zu diesem Zeitpunkt noch ausstehenden Leistungen erstattet. Entstehen zusätzliche Kosten für die Rückreise, etwa durch einen teureren Flug, müssten sich Reisende und Veranstalter diese je zur Hälfte teilen.