Airbus Verzichtet auch UPS auf den Fracht-A380?


UPS ist der letzte Kunde für die Frachtversion des A380. Nun mehren sich die Anzeichen, dass das Logistikunternehmen den Super-Airbus abbestellen wird. Und auch ein weiterer Auftrag steht auf der Kippe.

Beim Luftfahrtkonzern EADS und seiner Tochter Airbus stehen einem Pressebericht zufolge zwei Großprojekte auf der Kippe. Auch der letzte noch verbliebene Kunde für die Frachtversion des Airbus A380, der US-Logistiker UPS, könnte in Kürze aus dem Vertrag aussteigen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die französische Zeitung "Les Echos" von einem möglichen UPS-Rückzug berichtet, was Airbus als reine Spekulation zurückwies.

Zudem soll der US-Konzern Northrop Grumman erwägen, sich nicht am anstehenden Bieterwettbewerb um Tankflugzeuge für das US-Militär zu beteiligen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Nach bisheriger Planung will Northrop sein Angebot auf Basis des Airbus-Modells A330 abgeben. Bei dem US-Tankerauftrag handelt es sich um eines der größten Rüstungsprogramme der USA mit einem langfristigen Volumen von mehr als 100 Milliarden Dollar.

Zusammen hätten die beiden nun gefährdeten Großaufträge dem FTD-Bericht zufolge das Potenzial für mehrere Milliarden Euro Umsatz für EADS und ein Ausstieg aus dem US-Tanker-Projekt oder eine Abbestellung durch UPS käme für EADS und Airbus zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, heißt es in der FTD weiter.

EADS erstmals mit roten Zahlen?

Der Luftfahrtkonzern hatte in der vergangenen Woche bereits die Prognose für 2006 nach unten korrigieren. Wegen zusätzlicher Belastungen wird Airbus mit Verlust abschließen. Auch der gesamte EADS-Konzern könnte 2006 erstmals seit der Gründung im Jahr 2000 unter dem Strich rote Zahlen ausweisen.

Einen Durchbruch hatte Airbus am Wochenende bei den komplexen A380 Verkabelungsproblemen gemeldet, die den europäischen Flugzeughersteller in die Krise gestürzt hatten. In Sonderschichten hätten die Mitarbeiter die Kabelsysteme des ersten Großraumjets völlig überarbeitet, berichtete Airbus in Hamburg. "Das war ein entscheidender Schritt im Aufhol-Programm." Im Oktober soll der erste A380 an Singapore Airlines übergeben werden.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker