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Aktienindex Dax knackt erstmals 9000-Punkte-Marke


Punkt 13.19 Uhr war es soweit: Der Dax übersprang zum ersten Mal die symbolträchtige Marke von 9000. Damit hat der deutsche Leitindex seit Anfang 2012 mehr als 50 Prozent zulegen können.

Der Dax ist am Freitag erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte über die Marke von 9000 Punkten geklettert. Kurz danach setzte er mit 9010,65 Zählern eine neue Bestmarke. Zuletzt verzeichnete der deutsche Leitindex wieder ein Plus von 0,15 Prozent bei 8990 Punkten.

"Die Börsenampeln stehen auf grün", sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Seit Monaten befindet sich der deutsche Aktienmarkt im Höhenflug - seit Jahresanfang beläuft sich das Plus beim deutschen Leitindex auf 18 Prozent. Seit Anfang 2012 ging es sogar mehr als 50 Prozent nach oben. Noch mehr zulegen konnte der MDax.

Der Dax hatte sich im Tagesverlauf in einem ruhigen Handel nach und nach an die symbolische Marke herangetastet - und ließ sich dabei auch von einem schwächer als erwartet ausgefallenen Ifo-Geschäftsklimaindex nur kurz aus dem Takt bringen. Mit dem Sprung über die 9000 Punkte war seit Tagen gerechnet worden, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht am Dienstag schlechter als erwartet ausgefallen war. Dies schürte die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed ihre ultralockere Geldpolitik noch länger beibehalten wird, um die Konjunktur auf Trab zu bringen. "Der neue sichere Hafen heißt Europa respektive Deutschland", sagt Portfolio-Manager Ludwig Donnert von Tao Capital.

Anlagenotstand bei Investoren

In diesem Umfeld niedriger Zinsen verweisen Experten zudem auf den Anlagenotstand bei den Investoren. Neben der Freigiebigkeit der Notenbanken ist es der Mangel an Alternativen, der die Investoren zu Aktien greifen lässt. Anleihen von Top-Emittenten, wie den USA und der Bundesrepublik werfen weiterhin nur sehr magere Zinsen ab.

Aktien seien en vogue, vor allem aber wollten internationale Investoren deutsche Aktien, erklärt Marktbeobachter Daniel Saurenz von Feingold Research. Deren Bewertung sei im internationalen Vergleich niedrig und die Unternehmen seien prächtig aufgestellt. Zudem laufe die Konjunktur immer besser.

Erst kürzlich hat die Bundesregierung ihre Prognose für 2014 angehoben. So rechnet sie statt bisher mit 1,6 Prozent jetzt mit einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,7 Prozent. Zudem wird ein weiterer Anstieg der Beschäftigung auf Rekordniveau erwartet. Die Zahl der Erwerbstätigen soll 2014 im Jahresdurchschnitt auf rund 42 Millionen zulegen.

10.000 Punkte sind drin

Warner sehen aber auch ein wachsenden Risiko einer Überhitzung des Aktienmarktes. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner hebt hervor, dass die jüngste Rally bislang ohne größere Rückschläge verlaufen sei. Auch die bisher vorgelegten Quartalszahlen der Unternehmen rechtfertigten die aktuellen Kursniveaus nur bedingt. Die Experten der Deutschen Bank sehen daher bis Jahresende einen Rückfall auf rund 8400 Punkte vorher.

Die Marktstrategen Lars Slomka und Jan Rabe verwiesen in einer aktuellen Studie auf den stärkeren Euro, der die Umsatzdynamik im dritten Quartal ausgebremst haben dürfte. Vor diesem Hintergrund dürften die Markterwartungen für den Gesamtgewinn der Dax-Konzerne im laufenden Jahr während der gerade anlaufenden Berichtssaison zum dritten Quartal weiter fallen.

Trotz dieser aktuellen Skepsis bleiben die beiden Experten der Deutschen Bank auf längere Sicht optimistisch gestimmt. Dabei setzen sie auch darauf, dass institutionelle Investoren weiter von Anleihen in Aktien umschichten. Für Ende 2014 steht ihr Ziel für den Dax bei 9700 Punkten. Denkbar seien sogar 10.000 Punkte.

kng/DPA DPA

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