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Aldi, Lidl und Co.: Wie gut sind Discounter-Lebensmittel?

Das ZDF hat gestestet, wie gut Produkte aus Billig-Supermärkten sind. In der Sendung lernte der Zuschauer eine Menge über Lebensmittel - und welche er besser nicht beim Discounter kaufen sollte.

Sternekoch Nelson Müller testet für das ZDF die Produkte der Discounter

Sternekoch Nelson Müller testet für das ZDF die Produkte der Discounter

Es sind die ewigen Fragen der Supermarktkunden: Können die Eigenmarken von Discountern mit den Lebensmitteln aus anderen Supermärkten mithalten? Wo gibt es Qualitätsunterschiede? Kann der Verbraucher guten Gewissens bei Aldi, Lidl und Co. einkaufen? Und: Wenn die Preise so günstig sind - was und wer bleibt bei diesem Geschäft auf der Strecke?

Das ZDF hat den Sternekoch Nelson Müller losgeschickt, um die Qualität und die Produktionsbedingungen der Discounter-Lebensmittel von Aldi, Lidl, Netto und Penny zu testen. Denn die günstige Alternative zu Supermärkten boomt weiter in Deutschland. Rund 16.000 Billig-Filialen gibt es in Deutschland, der Marktanteil liegt derzeit bei rund 40 Prozent. Preislich unterscheiden sich die Discounter kaum von einander - im Vergleich zu normalen Supermärkten aber sind sie durchschnittlich um 30 Prozent günstiger. Die Deutschen wollen ihre Lebensmittel vor allem billig - aber was können die Discounter für diese Preise bieten?

Fisch ist top

Das Ergebnis fällt sehr unterschiedlich aus. So konnte bei der Blindverkostung von Kaffee kein eindeutiger Gewinner gefunden werden. Sowohl Billig-Kaffee als auch Markenprodukte lagen am Ende gleichauf. Eine klare Kaufempfehlung für teurere Produkte konnten die Tester hier nicht geben.

Bei anderen Lebensmitteln konnten sie dies schon: Getreideprodukte und Milch könne der Kunde auch beim Discounter kaufen. Die Qualität sei vollkommen in Ordnung.

Der Tiefkühlfisch bei den Billig-Ketten erzielte sogar Bestnoten. Der Frischetest überzeugte - der Geschmack allerdings nicht. So fiel das tiefgekühlte Lachsfilet negativ auf, denn es schmecke "wässrig und fad", so die Tester.

Kleine Lebensmittelkunde

Für den Zuschauer lehrreich und unterhaltsam waren die Sendungsteile zur Warenkunde. So erklärte auf sehr amüsante Art ein Lebensmitteltechniker wie Schmelzkäse entsteht: Aus einer handvoll geriebenem Käse, Emulgatoren, Stärke, Fett und - sehr überraschend - Karotten braute der Experte eine ganze Auflaufform Analogkäse.

Ebenfalls interessant war der direkte Vergleich von günstigen Frischnudeln und teurer Tortellini aus der Frischetheke. Denn beide Produkte stammen vom gleichen Hersteller - aber gibt es dennoch Unterschiede?

Ja, denn die Produkte werden zwar in einer Fabrik gefertigt, dennoch unterscheiden sie sich im Detail. Bei den günstigen Nudeln stammen die Eier für den Teig aus Bodenhaltung, bei der teuren Variante aus Freilandhaltung. Die Füllung für die Marken-Tortelloni wird per Hand hergestellt. Bei der Billig-Pasta wird die Füllung maschinell vorproduziert.

Nichts Neues im Discounterland

Der Teil der Sendung zum Preisdumping brachte hingegen kaum überraschende Neuigkeiten. Dort beschwerte sich ein Eier-Lieferant, dass Aldi so massiv die Einkaufspreise gedrückte habe, dass er zu diesem Preis nicht produzieren könne. Ein Experte erklärte, dass ein Liter Milch in der Produktion rund 50 Cent kosten würde. Die Discounter zahlen aber nur 26 bis 29 Cent. Die Differenz blecht dennoch der Kunder über Umwege, indem Milchbetreibe EU-Subenventionen erhalten würden.

Die Faustformel für Kunden

Aber wie können Kunden nun einen Mittelweg finden beim Einkaufen? Was sollte besser vom Markenherstellen stammen? Und welche Lebensmittel taugen auch in günstig?

Hier gab die Sendung eine gute Faustformel an die Hand: Einfache, simple Produkte könnten auch im Discounter gekauft werden. Je mehr Zutaten ein Produkt hat, um so einfacher sei es für Hersteller zu tricksen. So finden die Tester in einem Vanille-Pudding keine Spur von Vanille, aber viel Luft und Zusatzstoffe. Auch bei Fleisch und Eiern rät Müller den Käufern ab - denn diese Produkte würden durch Preisdumping die Umwelt belasten. Wer Mini-Preise hinnimmt, darf bei Produktion, Zutaten und Fairness gegenüber Produzenten, Tieren und Welt nicht zu viel erwarten.

kg