Alles für den Euro Bundesbank hält deutsche Griechenland-Hilfe für vertretbar


Die Deutsche Bundesbank hat die milliardenschweren Notkredite für das hoch verschuldete Griechenland am Mittwoch als "akzeptabel" bezeichnet. Andernfalls würden "gravierende Ansteckungseffekte für andere Mitgliedstaaten der Währungsunion" befürchtet, so Bundesbank-Präsident Weber.

Die milliardenschweren Notkredite für das hoch verschuldete Griechenland sind aus Sicht der Deutschen Bundesbank akzeptabel. "Alles in allem" sei eine Beteiligung Deutschlands an dem Hilfspaket vertretbar, um in dieser außergewöhnlichen Situation Gefahren für die Stabilität des Euro abzuwehren, erklärte Bundesbank-Chef Axel Weber am Mittwoch im Bundestag in einer öffentlichen Anhörung des Haushaltsauschusses.

Ausdrücklich warnte Weber vor den negativen Folgen, wenn Griechenland zahlungsunfähig würde. "Gravierende Ansteckungseffekte für andere Mitgliedstaaten der Währungsunion und sich verstärkende Rückkopplungseffekte auf den Kapitalmärkten drohen", meinte er.

Wichtig ist aus Webers Sicht, dass Internationaler Währungsfonds, Europäische Kommission und Europäische Zentralbank ihr Hilfspaket nur unter umfangreichen und strikten Auflagen gewähren, die zudem vierteljährlich überprüft werden.

Der Erfolg wird nach Einschätzung der Bundesbank jedoch entscheidend davon abhängen, dass die griechische Regierung und Bevölkerung die Sparmaßnahmen und Reformen im eigenen Interesse wie vereinbart umsetzen. "Griechenland erhält einen immensen Vertrauensvorschuss der internationalen Gemeinschaft und seiner Partner in der Währungsunion. Jetzt steht Griechenland in der Pflicht, die Vereinbarungen genau einzuhalten", erklärte Weber.

Ablehnend äußerte er sich zu Vorschlägen, für die Zukunft einen Unterstützungsmechanismus zu institutionalisieren. Entscheidend sei vielmehr eine "Härtung" des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Es müsse darum gehen, die Anreize für eine solide Finanzpolitik zu erhöhen.

APN/DPA DPA

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