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2,5 Millionen Euro in drei Wochen: Sexy-Toys, Kondome und Co.: Amazons geheimes Erotik-Geschäft

Bei Amazon bekommt man fast alles - nun zeigt eine Untersuchung, dass der Onlinehändler in gerade einmal drei Wochen ausgerechnet Sex-Toys und Erotikartikel für rund 2,5 Millionen Euro verkauft hat. Das Geschäft mit erotischem Zubehör zieht aus den Rotlichtbezirken ins Netz.   

Amazon-Erotikartikel aus dem Netz

Der Verkauf von Kondomen und Sextoys bei Amazon boomt - auch dank des Films "Fifty Shades of Grey".

Wir kaufen Klamotten, Technik und zunehmend auch Lebensmittel im Netz. Der Shoppingwandel vollzieht sich stetig - und macht vor keiner Branche halt. Auch nicht für das Geschäft mit Erotik- und Sex-Spielzeug. Galt jahrzehntelang das Traditionsunternehmen Beate Uhse als Aushängeschild für eine ganze Branche, die allerlei Equipment für den Hausgebrauch verkaufte. Doch aus den Läden von Beate Uhse oder den schummrigen Kaschemmen in Deutschlands Bahnhofsvierteln hat sich der Verkauf ins Netz verlagert.

Da von profitieren junge Start-ups wie Amorelie, einst eine Gründung im Kielwasser der Gebrüder-Samwer - inzwischen ist es zu 75 Prozent im Besitz der ProSiebenSat1 Media AG. Das Unternehmen bietet von Unterwäsche, Kondomen bis zur erotischen Spielerei die gesamte Produktpalette. Und doch hat das Unternehmen einen Nachteil: Es ist ein Erotikhändler. Das schreckt Kunden ab. Da hat es das Online-Warenhaus Amazon deutlich leichter. Hier bekommen Kunden alles - und der Sex-Toy-Einkauf kommt raus aus der Schmuddelecke.

E-Commerce-Marktforscher Metoda hat genauer nachgesehen, was die Amazon-Kunden so in ihren Einkaufskorb legen. Zwischen dem 19. Januar bis 9. Februar haben die Marktforscher insgesamt 172.303 Bestellungen ausgewertet. Damit fielen in diesen Zeitraum der Kinostart des Erotikstreifens "Fifty Shades of Grey" und auch die Bestellungen zum Valentinstag. Also war erwartbar, dass es ein eher höheres Bestellaufkommen geben könnte - das Ergebnis ist durchaus beachtlich.

Amazon versteckt Erotik-Artikel in Unterrubrik

Insgesamt wurden Bestellungen über einen Gesamtwert von 2,5 Millionen Euro getätigt, so Metoda. Die größte Nachfrage erfuhr die Oberkategorie "Erotik" - die man etwas versteckt im Bereich "Drogerie & Körperpflege" findet - mit 34 Prozent. Dahinter folgte die Unterkategorie "Safer Sex & Verhütung" mit 18,5 Prozent. Kondome und Erotik-Spielzeuge gehören zu den Top-Produkten.

"In nur etwas mehr als zwei Wochen konnten wir über 2,5 Millionen Euro Umsatz auf Amazon.de messen", sagt Metoda-Chef Stefan Bures. Während der stationäre Handel mit einem veränderten Einkaufsverhalten kämpfen muss, profitieren die Online-Händler. Dass Kunden im Netz anonym Artikel vergleichen und kaufen können, scheint sich für die Verkäufer auszuzahlen.

kg