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Andreas de Maizière: Rücktritt wegen Geldwäsche

Der Rücktritt des Commerzbank-Personalvorstands Andreas de Maizière in der vergangenen Woche steht auch im Zusammenhang mit den Geldwäsche-Ermittlungen gegen die Bank.

Commerzbank-Personalvorstand Andreas de Maizière ist nach Angaben des Kreditinstituts wegen der Geldwäsche-Ermittlungen der Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen ihn und andere Bank-Mitarbeiter zurückgetreten.

"Herr De Maziere hat die Verantwortung für Verfehlungen von Mitarbeitern übernommen", sagte ein Sprecher der Commerzbank am Montag. De Maizière, der lange für das Mittel- und Osteuropageschäft zuständig war, war in der vergangenen Woche überraschend und ohne Angabe von Gründen zurückgetreten. Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehe es um einzelne Personen, nämlich fünf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, nicht aber um das gesamte Geldhaus, ergänzte der Bank-Sprecher. Der Fall liege bereits mehrere Jahre zurück.

Ermittlungen werden mehrere Monate dauern

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Geldwäsche, bestätigte deren Sprecherin Doris Möller-Scheu am Montag entsprechende Medienberichte. Es gehe zunächst nur um die Commerzbank. Es könne aber nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Institute in den Fall verwickelt seien, der sich um illegale Machenschaften im Zusammenhang mit der Privatisierung russischer Telekomfirmen dreht. Beschuldigt seien sieben Personen, drei davon von der Commerzbank, darunter auch de Maizière, ergänzte Möller-Scheu. Die Ermittlungen würden voraussichtlich Monate dauern.

Durchsucht wurden den Angaben zufolge bislang zehn Objekte in Deutschland, darunter auch die Commerzbank in Frankfurt. Weitere Untersuchungen habe es parallel in der Schweiz gegeben. "Die Schadenssumme ist noch nicht abzuschätzen", sagte Möller-Scheu. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Zürich wurden bei der international organisierten Geldwäsche von russischen Staatsunternehmen Gelder abgezweigt und über ein Netz von Tarnfirmen, Treuhänder und Beteiligungen umgeleitet. Dabei habe die Commerzbank bei mehreren Transaktionen eine Schlüsselrolle gespielt, berichtete das "Wall Street Journal" in seiner Montagausgabe. Der Frankfurter Staatsanwaltschaft zufolge sollen die Gelder in Fonds geflossen sein, die als offene Anlegerfonds getarnt waren, tatsächlich aber nur aus russischer Quelle gespeist wurden. Verwaltet wurden die vier Fonds von der Frankfurter Firma Eurokapital.

Reuters/DPA / DPA / Reuters