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Angebliche "lebenslange Garantie": Wettbewerbshüter mahnen Opel ab

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: eine "lebenslange Garantie" auf ein Auto. Werbewirksam versucht Opel derzeit, auf diese Weise seine Fahrzeuge zu verkaufen. Das ist den Wettbewerbshütern aufgestoßen, da die Opel-Garantie gar nicht lebenslang gelte. Der Autobauer soll die Werbung zurückziehen.

Die Wettbewerbszentrale hat den Autobauer Opel wegen dessen aktueller Werbekampagne abgemahnt. Die hervorgehobene Aussage "Die lebenslange Garantie auf Ihren Opel" sei irreführend, da die beworbene Garantie tatsächlich nicht lebenslang gelte, erklärte die Institution am Dienstag in Bad Homburg. Das werde allerdings lediglich in einem Sternchenhinweis mitgeteilt.

Opel gewährt die Garantie bis zu einer Laufleistung des Fahrzeugs von 160.000 Kilometern. Ist dieser Stand erreicht, ersetzt das Unternehmen bei einer Reparatur nur noch 50 Prozent der Materialkosten - und das nur bis zur Höhe des Zeitwerts des Wagens.

Opel soll Unterlassungserklärung abgeben

"Wir beanstanden hier eine irreführende Blickfangwerbung", sagte Geschäftsführer Reiner Münker. Bei einer lebenslangen Garantie erwarte der Verbraucher, dass diese greife, solange er das Auto fahre, unabhängig der Laufleistung. Eine mit zahlreichen Einschränkungen versehene Garantie sei definitiv keine lebenslange, erklärte Münker. Eine Lüge im Blickfang könne nicht mit einem Sternchenhinweis aufgeklärt oder relativiert werden, sagte das Präsidiumsmitglied weiter. Opel sei in der Absicht, den Autoabsatz ankurbeln zu wollen, über das Ziel hinaus geschossen.

Der Fahrzeughersteller soll bis Donnerstag eine Unterlassungserklärung abgeben und die Werbung einstellen. Sollte das nicht erfolgen, will die Wettbewerbszentrale Klage einreichen. Die Wettbewerbszentrale fördert nach eigenen Angaben als unabhängige Institution der deutschen Wirtschaft die Eigenverantwortung von Unternehmen für einen funktionierenden Wettbewerb.

dho/APN / APN