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BAU: Insolvenzverwalter nimmt Arbeit bei Holzmann auf

Während Insolvenzverwalter Hermann das bankrotte Untrnehmen abwickelt und die Lohnfortzahlung sichert, geht das Gerangel um die Holzmann-Sahnestücke los.

Der Frankfurter Rechtsanwalt Ottmar Hermann hat als Insolvenzverwalter beim Baukonzern Holzmann seine Arbeit aufgenommen. Dies teilte die Kanzlei Hermann, Michl, Lenhard und Fiedler am Freitag in Frankfurt mit. »Im Interesse der Belegschaft möchte ich alle Mittel ausschöpfen, um die Überlebensmöglichkeiten des Traditionsunternehmens im Ganzen oder in Teilbereichen festzustellen«, sagte Hermann. Zur Zeit führt er mit allen Beteiligten Gespräche, um die Fortführung der Philipp Holzmann AG sicherstellen zu können.

Trauriger Donenrstag

Der Traditionskonzern Holzmann hatte am Donnerstag Nachmittag beim Frankfurter Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, nachdem die Verhandlungen der Gläubigerbanken über ein Rettungspaket für das Unternehmen gescheitert waren.

Gehälter werden vorfinanziert

Insbesondere sollten die Löhne und Gehälter der Beschäftigten gewährleistet werden, ergänzte Hermann. Über die Vorfinanzierung von Insolvenzgeld gibt es Verhandlungen mit dem Arbeitsamt. Vor allem gilt es, die »überlebensfähige Struktur des Unternehmens zu erhalten, die verbleibenden Vermögenswerte zu sichern und die Ansprüche der Gläubiger zu befriedigen«. Bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll nach Absprache mit den beteiligten Gläubigern ein tragfähiges Konzept zur weiteren Fortführung des Unternehmens ausgearbeitet werden.

Die Frankfurter Anwaltskanzlei hat seit Mitte der 80er Jahre bereits mehr als 1.000 Konkurs-, Gesamtvollstreckungs- und Insolvenzverfahren abgewickelt. An ihren Hauptstandorten in Frankfurt, Leipzig und Berlin beschäftigt sie mehr als 100 Mitarbeiter.

Aufteilung der Sahnestücke

Der Kölner Konkurrent Strabag prüft nun den Kauf der Holzmann-Straßenbausparte Deutsche Asphalt. »Strabag hat Interesse an der Deutschen Asphalt«, erklärte Strabag-Chef Jürgen Kuchenwald der »Financial Times Deutschland«. Der Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger prüft dem Blatt zufolge eine Übernahme der Holzmann-US-Tochter J.A. Jones, die den größten Teil der Auslandsaktivitäten des Frankfurter Bauriesen repräsentiert.

Unterstützung für Zulieferer

Nach der Holzmann-Insolvenz hat die Bundesregierung den betroffenen Zulieferfirmen des Baukonzerns finanzielle Hilfen angekündigt. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau und die Deutsche Ausgleichsbank stellen den Unternehmen Liquiditätshilfekredite beziehungsweise Betriebsmitteldarlehen mit günstigen Zinssätzen zur Verfügung.

Anträge bei der Hausbank

Außerdem bieten den Angaben zufolge Bürgschaftsbanken und Kreditgarantiegemeinschaften Bürgschaften bis zu einem Betrag von 750.000 Euro an. Die Ausgleichsbank steht mit Bürgschaften bis zu zehn Millionen Euro in den die ostdeutschen Bundesländer bereit. Voraussetzung ist laut Ministerium die Vorlage »tragfähiger Unternehmenskonzepte«. Die betroffenen Unternehmen und Handwerksbetriebe sollten die Anträge dafür bei ihren Hausbanken stellen.