Baumärkte Praktiker verschiebt Börsengang


Wegen der schleppenden Nachfrage verschiebt die Baumarktkette und Metro-Tochter Praktiker ihren für diesen Freitag geplanten Börsengang - und senkt die Preisspanne der Aktien.

Metro bietet die Praktiker-Papiere nun für je 14 bis 15 Euro an, ursprünglich wollte Metro zwischen 16 und 19 Euro einnehmen. Zugleich verlängerte Metro die Angebotsfrist bis 21. November, eigentlich wäre sie am Donnerstag ausgelaufen. Die Notierung soll nun am Dienstag aufgenommen werden. Das Emissionsvolumen sinkt damit von bis zu 655 Millionen Euro auf höchstens 517,5 Millionen Euro. Die Metro-Aktie reagierte auf die Senkung mit weiteren Kursverlusten und lag rund 1,2 Prozent im Minus bei 37 Euro. Die Praktiker-Papiere gaben im außerbörslichen Handel deutlich nach und notierten beim Wertpapierhändler Lang & Schwarz noch mit 14,25 bis 15,25 Euro, beim Börsenmakler Schnigge zwischen 14,50 und 15,50 Euro. Bereits zuvor hatten die Papiere am unteren Ende der alten Spanne notiert.

Preis in Deutschland zu hoch

Hintergrund ist nach Angaben von Händlern die nur schleppende Nachfrage. Die Papiere seien nach Aussage von Fondsexperten zumindest in Deutschland wegen eines zu hohen Preises nur zögerlich gezeichnet worden. Nach der alten Preisspanne wäre Praktiker bis zu 1,1 Milliarden Euro wert. Einige Banken hatten jedoch für die Baumarktkette einen niedrigeren Wert veranschlagt.

Ein Metro-Sprecher begründete die Senkung der Preisspanne mit den nachteiligen Folgen der Beschlüssen der neuen Regierungskoalition. "Aus Sicht der Investoren sind die am Wochenende bekannt gewordenen Beschlüsse der Großen Koalition nicht dazu angetan, den Einzelhandelsmarkt zu beflügeln," sagte der Sprecher. Neben der Mehrwertsteuererhöhung würden sich auch andere Beschlüsse hemmend auf den Konsum auswirken. Noch in der vergangenen Woche hatte sich Metro zufrieden mit der Präsentation bei Investoren gezeigt. Die Nachfrage nach den Papieren sei sehr gut. Zahlreiche Fondsmanager bezeichneten die Praktiker-Aktie im Vergleich zu Baumarktketten wie Hornbach oder der britischen Kingfisher aber als zu teuer.

Metro bleibt größter Aktionär

"Ein Ausgabepreis von 14 Euro ist durchaus interessant und spiegelt den Unternehmenswert wie die Wachstumsaussichten von Praktiker eher wider als die alte Preisspanne", sagte Activest-Fondsmanager Markus Steinbeis. Zu der gesenkten Spanne sollte Praktiker die Emission nun erfolgreich bei Anlegern platzieren können.

Der Metro-Konzern bleibt auch künftig mit einem Anteil von 40,5 Prozent größter Aktionär. Die Kette ist nach eigenen Angaben in Deutschland nach OBI die Nummer zwei. Praktiker mit Sitz im saarländischen Kirkel war schon einmal von 1995 bis 2002 an der Börse. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr mit 335 Märkten in acht Ländern einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro und beschäftigt derzeit 17.144 Mitarbeiter.

DPA, Reuters DPA Reuters

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