HOME

BenQ: Weit und breit kein Rettungsanker

Der angeschlagene Handyhersteller BenQ wartet weiter auf den rettenden Investor: Mit 100 Interessenten haben die Insolvenzverwalter Gespräche geführt, aber die schwachen Umsatzzahlen schrecken ab.

Der Insolvenzverwalter des Handyherstellers BenQ hat trotz zahlreicher Bemühungen keinen Investor für die ehemalige Siemens-Tochter gefunden. "Bis heute zwölf Uhr habe ich kein einziges Kaufangebot vorliegen", sagte Insolvenzverwalter Martin Prager. Betriebsrats- und Gewerkschaftsvertreter hatten in den vergangenen Tagen die Hoffnung auf das angekündigte Angebot eines deutsch-amerikanischen Investors geschürt. Seit Anfang Oktober habe er mit mehr als 100 Kaufinteressenten gesprochen, mit 31 davon seien intensive Verhandlungen geführt worden, sagte Prager.

Gescheitert seien die Gespräche an der Frage, wie viel Umsatz künftig noch erzielt werden könnte. Im vierten Quartal habe der Umsatz bei 51 Millionen Euro gelegen, geplant waren eigentlich 391 Millionen Euro. Aufgabe sei es nun, das vorhandene Vermögen im Interesse der Gläubiger zu verwerten. 91 Prozent der BenQ- Mitarbeiter seien in eine Transfergesellschaft übergetreten.

Am Dienstag hatte das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über BenQ eröffnet. BenQ Mobile hatte Ende September Insolvenz angemeldet, nachdem der taiwanische Elektrokonzern BenQ der verlustträchtigen Handy-Sparte nur ein Jahr nach der Übernahme überraschend den Geldhahn zugedreht hatte.

Reuters / Reuters
Themen in diesem Artikel