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BERUF: Schwule Manager beklagen Diskriminierung

Homosexuelle Manager werden am Arbeitsplatz immer noch als Gefahr für die Firma gesehen. Mobbing gehört zum Alltag, Outing bedeutet Karrierestopp.

Ungeachtet der gesetzlichen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften werden Schwule in den Führungsetagen der Wirtschaft nach Ansicht homosexueller Interessensvertreter weiterhin diskriminiert. »Schwule Manager werden von den meisten Betrieben nach wie vor als Gefahr für die Firma gesehen«, sagte Klaus Weinrich, Vorsitzender des Bundesverbandes Gay Manager Völklinger Kreis, am Freitag in Köln. Die Diskriminierung reicht dabei von unterschwelliger Feindseligkeit bis zu anonymen Outing-Schreiben an die Vorstände, in denen die Entlassung homosexueller Mitarbeiter gefordert wird.

Outing bedeutet Karriere-Ende

»Manche Unternehmen nutzen mittlerweile zwar die fachliche Kompetenz der offen schwul lebenden Beschäftigten, die Karriere endet aber meist bei Positionen, in denen auch repräsentiert werden muss«, sagt Weinrich. Nur wenige große Arbeitgeber sprechen sich mittlerweile in ihren Unternehmensleitlinien ausdrücklich gegen die Diskriminierung von Homosexuellen aus und drohten scharfe Sanktionen im Fall von Mobbing an. Der Völklinger Kreis fordere so genannte »Diversity-Beauftragte«; als Anlaufstellen in allen Großunternehmen. Außerdem sollen für homosexuelle Beschäftigte in festen Partnerschaften die gleichen freiwilligen Sozialleistungen erbracht werden wie für verheiratete Mitarbeiter.

Nichts verheimlichen

Den schwulen Beschäftigten riet Weinrich zu einem offenen Umgang mit ihrer Homosexualität. »Nur so kann man möglichen Diskriminierungen von vornherein Wind aus den Segeln nehmen«, sagte er. Falls es trotzdem zu Feindseligkeiten komme, bleibt aber oft nur ein Wechsel des Arbeitgebers. Im 1991 gegründeten Völklinger Kreis sind nach Angaben des Verbandes mittlerweile 700 Führungskräfte in 21 Regionalgruppen organisiert.

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