Börse Verkaufen nicht vergessen


Die Aktienkurse sind rasant gestiegen: Höchste Zeit, Gewinne in Sicherheit zu bringen.

Eine Börsenstimmung wie zu Beginn des Jahres 2000 hat das renommierte amerikanische Geldanlage-Magazin "Barron's" ausgemacht: Wer jetzt aus Aktien aussteigt, gilt als Feigling. Denn auf den ersten Blick spricht alles für Aktien: Mickrige Zinsen von etwas mehr als zwei Prozent und unsichere Immobilienmärkte einerseits, kräftiges Weltwirtschaftswachstum von mehr als vier Prozent und satte Unternehmensgewinne andererseits.

Die Börse bringt's

Also drinbleiben in Aktien oder raus? Zocker werden wohl auf die 6000 Dax-Punkte pokern. Kühle Rechner dürften hingegen eher zum Verkaufen neigen, zumindest einen Teil ihres Geldes auf die sichere Seite bringen - "Gewinne mitnehmen", wie es im Börsenjargon heißt. Das bietet sich bei nahezu allen heimischen Aktien und auch bei den meisten Aktienfonds an. Von den 30 Dax-Werten sind auf Zwölf-Monats-Sicht nur die Titel der Deutschen Telekom im Minus. 25 Werte kletterten um mehr als zehn Prozent. Das schafften auch fast alle der in Deutschland angebotenen gut 1500 Aktienfonds. Fonds, die in Schwellenländern wie Russland, der Türkei oder Brasilien investieren, konnten ihren Anteilswert sogar verdoppeln. Solche Profite nicht einzustreichen wäre beinahe schon fahrlässig.

Doch wohin mit dem Gewinn?

Für Geld-Parker bieten sich Fonds an, die in Zinspapiere mit kurzen Laufzeiten investieren, so genannte Kurzläufer. Gute Kurzläufer-Fonds, wie zum Beispiel der UniKapital (Kenn-Nr. DE0008491085), brachten es zuletzt auf rund drei Prozent jährlichen Wertzuwachs - fast ein Prozentpunkt mehr als der Profit von Tagesgeldkonten oder Geldmarktfonds. Tipp: Fondsanteile über die Börse kaufen spart den Ausgabeaufschlag.

Aber nur drei Prozent? Wer Gewinne sicher anlegt, vermeidet eines ganz bestimmt: das Hadern beim Kurseinbruch - sei es wegen neuen Ölpreis-Schocks oder Konflikten im Nahen und Mittleren Osten. So verkündete die US-Internetfirma Google, sie habe Umsatz und Gewinn nahezu verdoppelt. Die Aktie verlor daraufhin 17 Prozent. Binnen weniger Stunden. Nichts für schwache Nerven. Dann doch lieber ein wenig feige sein.

Frank Donovitz print

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