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Brian Roberts: Ein knallharter Verhandler

Der Chef des größten US-Kabelfernsehbetreibers Comcast, Brian Roberts (44), baut systematisch sein Unternehmen, das er vom Vater übernommen hat, aus. Seine Karriere hat er ganz unten an der Betriebsfront von Comcast begonnen.

Der Chef des größten US-Kabelfernsehbetreibers Comcast, Brian Roberts (44), ist ein kühner Geschäftsmann. Ende 2002 hatte er bereits die jahrzehntelange Expansionsstrategie seines Vaters Ralph Roberts (84) mit dem Kauf der Kabelsparte von AT&T gegen Ende 2002 für rund 50 Milliarden Dollar auf die Spitze getrieben. Jetzt greift er mit dem Übernahmeangriff auf den Medien- und Unterhaltungsriesen Walt Disney Company nach den Sternen.

Vater Roberts begann 1963 sein Kabelnetzunternehmen mit einem winzigen System in Tupelo (Mississippi) mit 1200 Kunden, das er für 500 000 Dollar gekauft hatte. Er baute Comcast durch die schrittweise Übernahme zahlreicher Konkurrenten zum drittgrößten US-Kabelfernsehkonzern mit rund acht Millionen Kunden aus.

Dann kam der von Brian Roberts betriebene Zukauf der AT&T- Kabelsparte. Heute hat Comcast 21 Millionen Kunden im Kabelfernsehen und fünf Millionen für das Breitband, 70 000 Mitarbeiter und einen Umsatz von 18,3 Milliarden Dollar.

Roberts jr. hatte seine Karriere ganz unten an der Betriebsfront von Comcast begonnen, ehe er in die Chefetage aufstieg. Er gilt als ein knallharter Verhandler, der die versteckten Werte in unterbewerteten Firmen sieht. Und er verstand es stets, Schnäppchenpreise auszunutzen.

Die Roberts-Familie besitzt dank ihrer mit hohen Stimmrechten ausgestatteten Aktien 33 Prozent aller Comcast-Stimmrechte und damit weiterhin die Kontrolle im ehemaligen Familienunternehmen.

DPA / DPA