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Brot und Brötchen teurer: Großbäckereien kündigen Preisschub an

Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Brot und Brötchen einstellen. Nach dem Bäckerhandwerk kalkulieren nun auch die Großbäckereien wegen explodierender Getreidekosten mit einer neuen Preisrunde.

Brot und Brötchen werden teurer. Das kündigte der Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, Helmut Klemme, am Donnerstag in Frankfurt an. Er begründete dies mit steigenden Rohstoffkosten: Der Preis für Brot müsse um drei Prozent steigen, um die höheren Ausgaben für Getreide und Energie auszugleichen. Einige Getreidesorten hätten 2010 bis zu 100 Prozent mehr gekostet als 2009 und würden auch in diesem Jahr teurer.

Ob die Aufschläge an die Verbraucher weitergegeben werden, entscheide der Handel, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Helmut Martell. Dieser sei einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Discounter wie Lidl und Aldi könnten entscheiden, wohin sich die Preise für Endverbraucher bewegen.

Auch Einzelhandel rechnet mit Preissteigerungen

Der Einzelhandel hält steigende Preise für Brot und Brötchen für möglich. "Ein Anstieg bei den Rohstoffpreisen wird aber nicht eins zu eins an die Verbraucher weitergegeben", sagte der Sprecher des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk. In den vergangenen Jahren sei Bewegung in das Geschäft mit Lebensmitteln gekommen. Um wie viel der Preis für Backwaren steigen werde, sei aber nicht vorhersehbar. "Das entscheidet der Wettbewerb."

Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks hatte kürzlich auf steigende Kosten für Getreide und Energie verwiesen, aber keine Angaben zur Preisentwicklung bei Backwaren gemacht. Klemme sprach davon, dass die Preise auch für Fette, Butter und Hefe nach einem deutlichem Anstieg in vergangen Jahr weiter nach oben geklettert seien. Die Rohstoffe machten bei Filialbäckereien einen Anteil von bis zu 30 Prozent des Verkaufswertes aus, im Einzelhandel sogar bis zu 60 Prozent.

joe/DPA / DPA
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