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BUNDESKARTELLAMT: Milliarden-Strafen für Zementhersteller?

Der Verdacht eines Zementkartells hat sich erhärtet: Deutschen Zementherstellern drohen wegen illegaler Preis- und Quotenabsprachen möglicherweise Strafen in Miliardenhöhe.

Der Verdacht des Bundeskartellamtes wegen illegaler Preis- und Quotenabsprachen unter deutschen Zementherstellern hat sich nach Angaben eines Sprechers erhärtet. Der Branche drohen Strafen in Milliardenhöhe.

Verdacht von illegalen Preisprachen

»Unser Verdacht hat sich erhärtet«, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts am Montag in Bonn. Das bei Razzien des Kartellamts bei 30 Zementunternehmen im Juli sichergestellte Material habe den Verdacht illegaler Preisabsprachen verstärkt. Einige Firmen seien zur Zusammenarbeit mit den Kartellwächtern bereit, um die Vorwürfe aufzuklären. Als Gegenleistung wollten die Kronzeugen die Bonusregelung des Kartellamts in Anspruch nehmen, um die erwarteten Strafen zu mildern.

Kooperation mit dem Kartellamt

Eine Sprecherin des Ratinger Zementherstellers Readymix sagte, das Unternehmen arbeite mit dem Kartellamt zusammen. »Wir wollen eine geradlinige Marktpolitik und kooperieren mit dem Kartellamt«, unterstrich die Sprecherin. Auch HeidelbergCement will sich aktiv an der Aufklärung beteiligten. Man sei bereit, offen mit dem Bundeskartellamt zusammenzuarbeiten, kündigte die Gesellschaft an.

Möglicherweise Strafgelder in Milliarden-Höhe

Konkrete Beschlüsse zu Strafgeldern seien aber noch nicht gefallen, sagte der Kartellamts-Sprecher weiter. »Es ist aber nicht auszuschließen, dass es insgesamt in den Milliarden-Bereich geht«, fügte der Sprecher hinzu. Die bisher höchste Geldstrafe von 190 Millionen Euro hatte die Behörde im Jahr 2000 gegen Transportbetonhersteller verhängt.

Markt praktisch aufgeteilt

Das Bundeskartellamt hatte im Juli 30 Zementfirmen in Deutschland durchsuchen lassen. Es bestehe der Verdacht, dass die Zementhersteller über Jahre hinweg die Preise abgesprochen und sich über festgelegte Absatzquoten den Markt praktisch aufgeteilt hätten, hatte die Wettbewerbsbehörde vor gut einem Monat mitgeteilt. Die drei wichtigsten Produzenten in Deutschland, Dyckerhoff, HeidelbergCement und Readymix, hatten damals bestätigt, dass sie von den Kartellwächtern durchsucht worden seien, wiesen die Vorwürfe aber zurück.